Eine hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal, sondern kann auch auf Probleme hindeuten. Diese vier Unternehmen vereinen hingegen solide Ausschüttungen, Wachstum und faire Bewertungen.

Die Gewinnwarnung bei VW hat viele deutsche Dividendenanleger kalt erwischt. Denn die sinkenden Gewinne belasten nicht nur den Aktienkurs, sondern könnten mittelfristig auch die Dividende gefährden.

In diesem Artikel stellen wir daher vier deutsche Dividendenaktien vor, bei denen sowohl die Dividendenrendite als auch das operative Gewinnwachstum attraktiv sind. Der alleinige Blick auf die Dividendenrendite reicht nämlich nicht aus, da sie rückwärtsgerichtet ist und nur eine begrenzte Aussagekraft für die Zukunft besitzt. Eine etwas niedrigere aktuelle Dividendenrendite bei gleichzeitig gutem Gewinnwachstum ist daher in vielen Fällen attraktiver als eine sehr hohe Dividendenrendite bei stagnierenden oder rückläufigen Gewinnen.

Hinweis: Die Dividendenrenditen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2026, dessen Dividenden im Jahr 2027 ausgeschüttet werden. Dabei handelt es sich teilweise um Prognosen der Analysten.

Deutsche Telekom – 4,1 Prozent Dividendenrendite

Mit einem KGV von 12,8 bietet die Telekom-Aktie derzeit eine im Vergleich zu ihrer eigenen Historie moderate Bewertung. Dabei bleibt die Planbarkeit der Gewinne aufgrund der großen Kundenbasis in Europa und den USA weiterhin hoch. Zudem erschließt das Unternehmen neue Wachstumsmärkte wie 5G, Glasfaser und Cloud. Der Konzern schüttet in der Regel zwischen 40 und 60 Prozent seines bereinigten Gewinns an die Aktionäre aus, wodurch noch genügend Kapital für Investitionen verbleibt. Für das Jahr 2030 erwarten Analysten eine Dividende je Aktie in Höhe von 1,67 Euro – eine Steigerung von 67 Prozent gegenüber 2025.

CEWE – 2,9 Prozent Dividendenrendite

CEWE ist Europas führender Anbieter von Fotoprodukten. Das bekannteste Produkt ist das CEWE Fotobuch. Hinzu kommen Wandbilder, Kalender, Fotogeschenke und klassische Fotoabzüge. Mit einer Marktkapitalisierung von vergleichsweise niedrigen 722 Millionen Euro hat CEWE zwar nicht die typische Größe eines etablierten Dividendenzahlers, weist aber dennoch eine beeindruckende Historie auf: 2026 wurde die Dividende bereits zum 17. Mal in Folge erhöht. Die Ausschüttungsquote liegt nur bei rund 35 Prozent und die Eigenkapitalquote bei 71 Prozent. Damit steht das Unternehmen finanziell auf sehr stabilen Beinen.

Fuchs SE – 3,6 Prozent Dividendenrendite

Fuchs ist ein Anbieter von Schmierstoffen und funktionalen Flüssigkeiten für nahezu alle Industriezweige und Lebensbereiche. Das Unternehmen bietet mittlerweile mehrere Tausend Produkte an. Viele davon werden kundenspezifisch entwickelt und sind für den Produktionsprozess der Kunden kritisch. Das ermöglicht Fuchs eine hohe Kundenbindung mit wiederkehrenden Umsätzen und einer starken Preissetzungsmacht.

Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2031 möchte das Unternehmen einen Umsatz von 4,0 bis 4,5 Milliarden Euro, ein EBIT von 550 bis 600 Millionen Euro sowie eine EBIT-Marge von 13 bis 15 Prozent erreichen. Zudem verfolgt Fuchs weiterhin das Ziel, die Dividende jedes Jahr zu erhöhen. 2026 hob das Unternehmen die Ausschüttung bereits zum 24. Mal in Folge an.

Das KGV von rund 14 wirkt angesichts der niedrigen Schulden, des diversifizierten Produktportfolios sowie der starken Dividendenhistorie fair.

Münchener Rück – 5,1 Prozent Dividendenrendite

Zum Schluss noch einer der beliebtesten deutschen Dividendenwerte. Für das Geschäftsjahr 2025 schüttete der Rückversicherer 24 Euro Dividende je Aktie aus – das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden durch Dividenden und Aktienrückkäufe 5,3 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet, was derzeit rund 8,2 Prozent der Marktkapitalisierung entspricht.

Bis 2030 strebt der Konzern ein jährliches Wachstum des Gewinns je Aktie von mehr als acht Prozent an. Die Eigenkapitalrendite soll bis dahin über 18 Prozent liegen und mehr als 80 Prozent des Gewinns sollen über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfließen. Das KGV von 9,9 liegt zudem eher im unteren Bereich der langjährigen Bewertungsspanne.

Fazit: Nicht nur auf die Dividendenrendite achten

Ausschüttungsorientierte Anleger sollten bei der Auswahl ihrer Aktien nicht nur auf die Dividendenrendite achten, sondern auch auf die zukünftigen Wachstumsperspektiven. Ein solides Gewinnwachstum bietet die Grundlage für künftige Dividendenerhöhungen, wodurch mit der Zeit auch die persönliche Dividendenrendite steigen kann.

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Häufig gestellte Fragen:

Was ist eine gute Dividendenrendite?

Eine gute Dividendenrendite hängt vom Unternehmen und der Branche ab. Häufig gelten etwa drei bis fünf Prozent als attraktiv, sofern die Ausschüttung durch stabile Gewinne und Cashflows gedeckt ist.

Wie sicher ist eine Dividende?

Eine Dividende ist nie garantiert. Hinweise auf eine hohe Sicherheit sind eine moderate Ausschüttungsquote, stabile Cashflows, geringe Verschuldung und eine lange Historie stabiler oder steigender Dividenden.

Was ist bei Dividenden wichtiger: Höhe oder Wachstum?

Langfristig ist eine Kombination aus solider Anfangsrendite und steigenden Gewinnen oft attraktiver als eine sehr hohe Dividendenrendite ohne Wachstum. Steigende Gewinne schaffen Spielraum für zukünftige Dividendenerhöhungen.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re, Deutsche Telekom.