Aktuell dominieren an der Börse Ängste um KI, Inflation und steigende Zinsen. Doch könnten gerade dieses schlechte Sentiment und eine überraschende Statistik den Nährboden für eine kräftige Jahresendrally liefern?
Könnte die Jahresendrally kurz bevorstehen? Dafür könnte derzeit nicht nur die starke Gewinnentwicklung bei einem gleichzeitig sehr ängstlichen Marktumfeld sprechen, sondern auch eine überraschende Statistik, die bis ins Jahr 1950 zurückreicht. Ein wichtiger Kurskatalysator wäre jedenfalls vorhanden.
28. Oktober: Der historisch beste Börsentag des Jahres
Dem Marktstrategen Ryan Detrick von LPL Financial zufolge ist der 28. Oktober historisch gesehen der beste Börsentag des Jahres. Im Durchschnitt stieg der S&P 500 an diesem Tag um rund 0,5 Prozent.
Eine gute Begründung, warum dieser Tag so stark ist, liefert Detrick ebenfalls: „Vielleicht, weil ich an diesem Tag Geburtstag habe, oder es ist einfach Zufall.“
Zu viel geben sollte man auf solche Statistiken also nicht. Dennoch könnte es in diesem Jahr zumindest einige interessante Kurskatalysatoren geben, die den Markt tatsächlich stark bewegen könnten.
Entfacht die Fed am Mittwoch die Jahresendrally?
Am Mittwoch um 19 Uhr deutscher Zeit verkündet die amerikanische Zentralbank Fed ihre Entscheidung über den Leitzins. Um 19:30 Uhr folgt die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh.
Die Märkte erwarten mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 89 Prozent, dass die aktuelle Zinsspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent beibehalten wird. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 11 Prozent wird eine Zinserhöhung auf 4,00 bis 4,25 Prozent erwartet. Für Dezember wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 71,5 Prozent eine Zinserhöhung auf 4,00 bis 4,25 Prozent eingepreist.
Die Märkte dürften bei diesem Zinsentscheid noch genauer und kritischer hinschauen als sonst, da derzeit große Sorgen über eine anhaltend hohe Inflation und hohe Refinanzierungskosten für den Staat und die Unternehmen herrschen.
Positiv für den Aktienmarkt wäre, wenn die Fed die Zinsen wie erwartet unverändert lässt und signalisiert, dass eine Zinserhöhung im Dezember keineswegs sicher ist. Unterstützt würde dieses Szenario durch Aussagen, dass die Inflation nachlassen könnte, wenn sich am Ölmarkt eine Entspannung abzeichnet.
Im negativen Szenario erhöht die Fed überraschend bereits am Mittwoch die Zinsen und deutet aufgrund der anhaltend hohen Inflationserwartungen weitere Zinserhöhungen an. Dieses Szenario würde besonders hoch bewertete Wachstumsaktien belasten.
Quartalszahlen als Härtetest für die KI-Branche
Einer der Hauptgründe für die derzeit eher durchwachsene Performance des S&P 500 sind die wieder aufgeflammten KI-Sorgen. Viele Anleger befürchten offenbar, dass sich die gigantischen KI-Investitionen nicht auszahlen und zweifeln an deren Finanzierbarkeit.
Hier könnten insbesondere die Quartalszahlen von Microsoft, Google und dem Speicherhersteller SK Hynix dem Markt einen entscheidenden Impuls nach oben oder unten geben. Am Donnerstag folgen dann unter anderem Amazon, Intel und Sandisk mit ihren Quartalszahlen.
Bislang verlief die Berichtssaison ordentlich: Von den 122 Unternehmen, die ihre Zahlen bereits veröffentlicht haben, übertrafen 83 Prozent die Gewinnerwartungen. Im 5-Jahres-Schnitt waren es nur 78 Prozent. Allerdings fällt die Höhe der Gewinnüberraschungen mit durchschnittlich 2,1 Prozent geringer aus als im 5-Jahres-Schnitt von 7,5 Prozent. Das erwartete Gewinnwachstum ist mit 29,5 Prozent jedoch ebenfalls sehr hoch, weshalb das positive Überraschungspotenzial nicht mehr ganz so groß ist.
Fazit
Die letzten beiden Monate des Jahres sind historisch gesehen eine starke saisonale Phase. Der 28. Oktober war in den vergangenen 75 Jahren sogar der beste Börsentag des Jahres. Es ist jedoch selten eine gute Idee, blind auf solche saisonalen Muster zu vertrauen, da auch der Zufall immer eine wichtige Rolle spielt.
In diesem Jahr gibt es aber tatsächlich einige Ereignisse, die für einen volatilen 28. Oktober sorgen könnten. Neben der Fed-Zinsentscheidung sollten die Anleger insbesondere die Quartalszahlen der US-Technologiekonzerne im Blick behalten.
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Häufig gestellte Fragen:
Wann ist historisch der beste Börsentag des Jahres?
Der 28. Oktober gilt laut einer Auswertung seit 1950 als besonders starker Börsentag. Der S&P 500 stieg an diesem Datum durchschnittlich um rund 0,5 Prozent.
Wann findet die nächste Fed-Zinsentscheidung statt?
Die Fed gibt ihre Zinsentscheidung am 28. Oktober 2026 um 19 Uhr deutscher Zeit bekannt. Um 19:30 Uhr folgt die Pressekonferenz.
Was könnte eine Jahresendrally auslösen?
Eine weniger restriktive Fed, starke Quartalszahlen der Technologiekonzerne und eine Aufhellung der derzeit pessimistischen Marktstimmung könnten die Aktienkurse antreiben.