Während einzelne Titel wie Siemens Energy in 2026 stark zulegen, bleiben viele DAX- und MDAX-Aktien zurück. Unsere Analyse zeigt acht günstig bewertete Nachzügler, die Chancen für antizyklische Investoren bieten könnten.

Aktionäre von Siemens Energy haben aktuell gut lachen: Mit einer Kursperformance von rund 39 Prozent zählt die Aktie zu den klaren Gewinnern des bisherigen Börsenjahres. Doch das Bild am deutschen Aktienmarkt ist gemischter: 38 Titel aus DAX und MDAX haben seit Jahresbeginn noch kein Plus erzielt, viele davon notieren sogar deutlich im Minus (Stand 21.4.2026).

Das wirft die entscheidende Frage auf: Handelt es sich hierbei um berechtigte Zurückhaltung der Investoren oder eröffnen sich genau hier interessante Einstiegschancen? BÖRSE ONLINE hat acht deutsche Aktien herausgefiltert, die 2026 noch nicht gestiegen sind und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 bewertet sind. Auffällig viele sind in der Immobilien- und Autobranche tätig. Alle Aktien im Detail:

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank zeigt operativ eine starke Entwicklung: Der Gewinn legte 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 67 Prozent zu. Dennoch steht die Aktie seit Jahresbeginn etwa 14 Prozent im Minus.

Ein wesentlicher Grund dürfte der starke Kursanstieg im vergangenen Jahr gewesen sein. Gewinnmitnahmen sind in solchen Fällen nicht ungewöhnlich. Hinzu kommen regulatorische und juristische Unsicherheiten. So stehen unter anderem mögliche Verstöße gegen Russland-Sanktionen im Raum, etwa im Zusammenhang mit Einlagenlimits für Privatkunden.

Entscheidend für eine Kurserholung dürfte sein, dass die hohe Profitabilität gehalten werden kann und gleichzeitig keine neuen regulatorischen Belastungen auftreten.

Mercedes-Benz

Die Stuttgarter stehen derzeit vor mehreren Herausforderungen: Im vergangenen Jahr gingen sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich zurück. Zusätzlich sorgten die US-Zölle für anhaltende Unsicherheit, da sie die Kosten erhöhen und die weitere Geschäftsentwicklung schwerer planbar machen. Für 2026 stellte der Konzern zudem nur eine vergleichsweise niedrige Pkw-Marge von drei bis fünf Prozent in Aussicht.

Für eine Kurserholung kommt es nun auf drei Punkte an: eine Stabilisierung der wichtigen Absatzmärkte China und USA, eine Bodenbildung bei den Margen sowie frische Wachstumsimpulse durch neue Modelle.

Mercedes-Benz (WKN: 710000)

Bayerische Motoren Werke (BMW)

Die BMW AG steht aus ähnlichen Gründen wie Mercedes-Benz unter Druck: schwache Konjunktur, China-Risiken und US-Zölle. Operativ zeigt sich das Unternehmen jedoch deutlich stabiler als der Konkurrent. Zudem ist die Bewertung mit einem KGV von rund sieben etwas günstiger.

TUI

Auslöser für den Kursrückgang bei TUI war vor allem die Iran-Krise: Die Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" saßen wochenlang im Persischen Golf fest, was zu Ausfällen, Umbuchungen und Erstattungen führte. Erst Mitte April konnten sie die Region wieder verlassen.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 19 Prozent verloren, getrieben von Sorgen über Imageschäden und Zusatzkosten. Positiv zu werten ist jedoch, dass die Schiffe nun in andere Regionen verlegt werden und dort wieder Umsätze erwirtschaften können.

TUI (WKN: TUAG50)

Vonovia, Aroundtown, LEG Immobilien

Immobilienaktien starteten stark ins Jahr, gerieten aber mit Ausbruch des Irankriegs teils stark unter Druck. Grund waren die steigenden Ölpreise, die am Markt Inflations- und Zinsängste schürten.

Entscheidend für eine Erholung bleibt deshalb vor allem die Zinsentwicklung – und die dürfte weiter eng an der Inflationsentwicklung hängen. Zuletzt gab es im Nahen Osten wieder Entspannungssignale, was sich auch positiv auf die Aktienkurse im Immobiliensegment ausgewirkt hat.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa AG war zunächst stark ins Jahr gestartet und lag bis Mitte Februar zeitweise rund 13 Prozent im Plus. Mit dem Iran-Konflikt drehte die Stimmung jedoch deutlich, weshalb die Aktie im laufenden Jahr mittlerweile rund 6,7 Prozent im Minus notiert.

Steigende Ölpreise führten zu höheren Kerosinkosten. In einigen Regionen kommt es teilweise sogar zu Knappheiten, was den Flugbetrieb zusätzlich belastet. Die weitere Entwicklung der Lufthansa-Aktie hängt vor allem vom Ölpreis ab und ob sich die Situation am Kerosinmarkt weiter zuspitzt.

Hier die vollständige Liste (Stand 21. April 2026):

YTD Performance DAX MDAX

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Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen:

Welche deutschen Aktien sind aktuell günstig bewertet?

Einige DAX- und MDAX-Aktien haben ein KGV unter 10, etwa aus der Auto-, Immobilien- und Finanzbranche. Sie gelten als günstig, sind aber oft mit Risiken verbunden.

Warum liegen viele DAX- und MDAX-Aktien 2026 im Minus?

Belastend wirken schwache Konjunktur, China-Risiken, geopolitische Spannungen und steigende Rohstoffpreise.

Lohnt sich der Einstieg in gefallene Aktien?

Möglich, aber es ist kein Selbstläufer. Entscheidend ist, ob sich die Fundamentaldaten und Perspektiven der Unternehmen verbessern.