Der bekannte Stratege Ed Yardeni reduziert seine Jahresendprognose für den S&P 500 deutlich. Steigende Anleiherenditen bereiten dem langjährigen Börsenbullen Sorgen.
Selbst der traditionell bullische Ed Yardeni wird vorsichtiger. Der Präsident von Yardeni Research hat sein Kursziel für den S&P 500 zum Jahresende von bislang 8.400 auf nun 7.900 Punkte gesenkt. Damit rechnet der langjährige US-Aktienoptimist nur noch mit einem begrenzten weiteren Anstieg des Leitindex.Gegenüber dem Schlussstand vom Mittwoch entspricht das neue Ziel einem Potenzial von rund 4,61 Prozent.
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S&P 500: Höhere Renditen drücken auf die Bewertung
Vor allem der jüngste Anstieg der Anleiherenditen bereitet Yardeni Sorgen.Steigende Renditen von US-Staatsanleihen erhöhen die Attraktivität festverzinslicher Anlagen und verschärfen zugleich den Bewertungsdruck auf Aktien. Für den S&P 500 kalkuliert Yardeni deshalb nun mit einem niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,6 statt bisher 19,8.
Diese Anpassung reicht aus, um das Kursziel um 500 Punkte zu reduzieren – obwohl die Gewinnperspektiven der US-Unternehmen nach wie vor vergleichsweise robust sind. Yardeni hatte sich erst im August noch optimistischer gezeigt und seine Prognose von 8.250 auf 8.400 Punkte angehoben. Nun zeigt sich, wie schnell sich der Blick der Marktstrategen angesichts steigender Renditen eintrüben kann.
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Risiken für die kommenden Monate nehmen zu
Kurzfristig sieht Yardeni wachsende Gefahren für die US-Börse. In den kommenden drei bis sechs Monaten könnten insbesondere eine nachlassende Konjunkturdynamik, eine anhaltend hohe Inflation und steigende Finanzierungskosten zum Problem werden. Besonders ungünstig wäre aus seiner Sicht eine stagflationäre Entwicklung – also eine Kombination aus höherer Inflation und schwächerem Wirtschaftswachstum.
Trotz der Korrektur seiner Jahresprognose bleibt Yardeni aber langfristig optimistisch. Sein Ziel von 10.000 Punkten für den S&P 500 bis zum Ende des Jahrzehnts hat der Stratege nicht aufgegeben. Auch seine Gewinnprognose für den Index im Jahr 2027 von 425 US-Dollar je S&P-500-Anteil bleibt unverändert.
Das bisherige Jahresendziel von 8.400 Punkten ordnet Yardeni nun offenbar eher als Marke für Mitte 2027 ein. Anleger sollten sich demnach auf eine anspruchsvollere und schwankungsreichere Marktphase einstellen.
Was Anleger jetzt beachten sollten
Die Prognosesenkung ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Yardeni in den vergangenen Jahren zu den dauerhaft optimistischeren Stimmen an der Wall Street zählte. Wenn selbst ein ausgewiesener Börsenbulle die Bewertung an die gestiegenen Renditen anpasst, ist das ein Signal für eine veränderte Risikowahrnehmung am Markt.
Aber: Das neue Kursziel liegt weiterhin über dem aktuellen Indexstand, und Yardeni hält an seiner langfristig positiven Einschätzung der US-Wirtschaft und der Unternehmensgewinne fest.
Anleger sollten demnach noch einmal die Gewichtung ihres Portfolios in den Blick nehmen. Hohe Bewertungen, steigende Renditen und konjunkturelle Risiken sprechen für mehr Schwankungen und eine selektivere Aktienauswahl. Auch andere Marktstrategen haben ihre kurzfristigen Prognosen zuletzt reduziert, bleiben für die längerfristige Gewinnentwicklung der US-Unternehmen aber grundsätzlich zuversichtlich.
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Häufige Fragen
Warum senkt Ed Yardeni sein Kursziel für den S&P 500?
Ed Yardeni senkt sein S&P-500-Kursziel wegen der gestiegenen Anleiherenditen und der damit höheren Risiken für die Aktienbewertung. Zudem befürchtet er in den kommenden drei bis sechs Monaten eine nachlassende Konjunkturdynamik, eine anhaltend hohe Inflation und steigende Finanzierungskosten.
Wie lautet Ed Yardenis neues Kursziel für den S&P 500?
Ed Yardeni erwartet den S&P 500 zum Jahresende nun bei 7.900 Punkten. Zuvor hatte er ein Jahresendziel von 8.400 Punkten genannt. Langfristig bleibt er deutlich optimistischer und hält an seinem Ziel von 10.000 Punkten bis zum Ende des Jahrzehnts fest.
Ist Ed Yardeni jetzt pessimistisch für US-Aktien?
Nein. Ed Yardeni ist kurzfristig vorsichtiger, bleibt langfristig aber bullish für US-Aktien. Seine Prognosesenkung ist vor allem eine Reaktion auf die gestiegenen Anleiherenditen und den Bewertungsdruck. Ein vollständiger Ausstieg aus dem Aktienmarkt lässt sich daraus nicht ableiten.
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