Aussagen der US-Regierung bewegen einmal mehr die Märkte: Während Donald Trump Iran mit einem „Wirtschaftskrieg“ droht, gibt sein Finanzminister Scott Bessent den Märkten an anderer Stelle Zucker.

Der DAX wird am Donnerstag kaum verändert in den Handel starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart nur etwa 8 Punkte tiefer auf 26.083 Punkte. In der Vorwoche hatte der DAX mit 26.573 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Immerhin hatte der DAX am Vortag „dem Asien-Beben getrotzt“, wie es Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades ausdrückte. Nun bleibe abzuwarten, ob sich der Index weiter stabilisiere oder ihn „die Mischung aus steigenden Energiekosten und Zinsunsicherheit in die Knie zwingt“.

Für Entlastung sorgt der Rückgang der Renditen an den Anleihemärkten. Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium angekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu verdoppeln. Das stützt die Kurse riskanterer Assets wie Aktien, aber auch den Bitcoin.

Trump droht Iran mit Wirtschaftskrieg

Belastend wirkt am Donnerstag der Ölpreis, der über Nacht wieder gestiegen ist, nachdem Donald Trump Iran mit einem „Wirtschaftskrieg“ gedroht hat. Jedes Land samt seiner Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden müsse bei einer Unterstützung des Iran mit „GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen“ rechnen, verkündete der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran scheint mittlerweile in weite Ferne gerückt.

Für Entlastung sorgt der Rückgang der Renditen an den Anleihemärkten. Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium angekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu verdoppeln. Das stützt die Kurse riskanterer Assets wie Aktien, aber auch den Bitcoin.

Börsen in USA und Asien steigen

In Asien hatten die technologielastigen Börsenindizes in Japan und Korea zuletzt stark unter den steigenden Anleihezinsen gelitten. Am Morgen zeigten sich Nikkei 225 und Kospi nun deutlich erholt.

Am Abend hatten die Indizes in den USA nach anfänglichen Verlusten ins Plus gedreht. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte um 0,22 Prozent auf 53.463,05 Punkte zu, der marktbreite S&P 500 gewann 0,21 Prozent auf 7.707,98 Zähler. Nur der technologielastige Nasdaq 100 konnte seine vorübergehenden Gewinne nicht halten und sank am Ende um 0,22 Prozent auf 29.426,02 Zähler.

Bitcoin-Kurs nähert sich 70.000 US-Dollar

Für Aufsehen sorgt der Bitcoin, dessen Kurs binnen 24 Stunden um mehr als acht Prozent zulegte. Mit 69.613 US-Dollar kratzt die wichtigste Kryptowährung nun plötzlich wieder an der 70.000-Dollar-Marke und schickt sich an, aus dem seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend auszubrechen. Gold war bereits am Vortag deutlich gestiegen und notierte zeitweise über 4.500 US-Dollar je Feinunze. Beide Kursbewegungen hängen ebenfalls mit der Maßnahme der US-Regierung am Anleihenmarkt zusammen, weil sie neues Geld in den Markt pumpen dürfte.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Gute Nachrichten von deutschem Nebenwert

Von der Unternehmensseite gibt es in der zweiten Augusthälfte nur noch wenige Meldungen. Positiv wurden die Halbjahreszahlen des Spielzeugherstellers Tonies aufgenommen. Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr dank einer starken Nachfrage nach der „Toniebox 2“ eine überraschend deutliche Umsatzsteigerung. Allerdings ging das Ergebnis wegen Änderungen im Produktmix und neuer US-Zölle deutlich zurück. Der Kurs der Tonies-Aktie steigt vorbörslich auf Tradegate um vier Prozent.

Die Aktien des Konsumgüterherstellers Beiersdorf könnten Händlern zufolge von Zahlen des US-Konkurrenten Coty belastet werden. Dieser hatte am Abend für das Schlussquartal und Geschäftsjahr 2025/26 zwar eine Verbesserung gemeldet. Der Ausblick auf das laufende Quartal lag jedoch unter den Konsensschätzungen. Coty-Aktien gerieten nachbörslich unter Druck.

Deutliche Kursgewinne sind vorbörslich beim Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius zu beobachten. Auslöser ist eine Kaufempfehlung der UBS. Premium-Wachstum verdiene auch eine Premium-Bewertung, begründete Analyst Matthew Weston seine Hochstufung. Er hob seine Umsatz- und Ergebnisprognosen bis 2031 im Schnitt um rund drei Prozent an. Mit seinem Kursziel von 300 Euro traut er den Aktien die Rückkehr auf das Niveau vom Frühjahr 2024 zu. Ihr Allzeithoch hatte die Sartorius-Aktie im November 2021 bei gut 631 Euro erreicht.

Sartorius Vz. (WKN: 716563)

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Enthält Material von dpa-AFX

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