Das ist jetzt für den DAX entscheidend. Im Fokus stehen unter anderem die Themen: Broadcom, Trump, Commerzbank, Bitcoin, Deutz, CrowdStrike, Öl, Iran, Cewe.
Nach dem schwächeren Wochenauftakt könnte sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag zunächst behaupten. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax ein Plus von 0,05 Prozent auf 25.454 Punkte. Tags zuvor hatte der Leitindex um ein halbes Prozent nachgegeben.
Der Ölpreis blieb über Nacht auf seinem hohen Niveau. "Nach dem Vorrücken der Huthis im Jemen wird gar das Niveau von 110 US-Dollar pro Barrel ins Visier genommen", schrieb am Morgen der Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister. Dies lenkt die Aufmerksamkeit noch stärker auf die am Mittwoch erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, bei der Anleger mit einer geldpolitischen Straffung rechnen.
Nach dem Ausverkauf wegen wachsender Befürchtungen, dass sich das Tempo der Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz verlangsamen könnte, blieb eine Erholung der KI- und Halbleiterwerte in Asien mehr oder weniger aus. Das Vertrauen in die Technologie und ihre Potenziale bleibt also angeschlagen. Möglich, dass auch die Anleger in Europa dieses Thema noch nicht abhaken werden.
Weitere Nachrichten
CrowdStrike-Chef warnt vor wachsenden KI-Bedrohungen
CrowdStrike-Chef George Kurtz lehnt eine Verlangsamung der Entwicklung fortgeschrittener KI ab, da verfügbare Modelle und die damit verbundenen Risiken bereits Realität seien. KI verschaffe laut Kurtz Kriminellen und Einzelakteuren schnellere und leichter zugängliche Angriffsmöglichkeiten. Für KI-Agenten fordert er strenge Zugriffsrechte, kurzlebige Zugangsdaten, einen Notausschalter und eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Cybersicherheitsfirmen.
Trump bezeichnet KI-Ängste als „Schwindel“
US-Präsident Donald Trump wies bei einem überraschenden Telefonat mit Nvidia-Chef Jensen Huang Befürchtungen zurück, dass KI oder Roboter die Welt übernehmen könnten. Trump lobte zugleich den wirtschaftlichen Nutzen von Rechenzentren und warnte davor, dass die USA im Wettbewerb mit China zurückfallen könnten. Huang sprach sich für Innovation und Sicherheit zugleich aus, während OpenAI, Anthropic und Elon Musk stärkere Schutzmaßnahmen oder ein langsameres Entwicklungstempo gefordert haben.
Broadcom hält an langfristigen KI-Zielen fest
Broadcom-Chef Hock Tan sieht trotz der Debatte über ein langsameres Entwicklungstempo bei KI-Modellen keinen Anlass, die Umsatzprognosen für 2027 und 2028 zu ändern. Er erwartet weiterhin eine starke und dauerhafte Nachfrage nach Recheninfrastruktur, insbesondere für die Nutzung von KI-Modellen im laufenden Betrieb. Anthropic soll 2027 zum größten Kunden für maßgeschneiderte Chips von Broadcom aufsteigen, während die Aktie am Montag 4,8 Prozent verlor.
Bitcoin-Rally pausiert wegen schwindender Clarity-Act-Hoffnungen
Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des US-Kryptogesetzes Clarity Act noch in diesem Jahr fiel auf der Prognoseplattform Polymarket auf 18 Prozent. Bitcoin gab daraufhin von knapp 79.600 auf unter 78.000 Dollar nach und notierte zuletzt bei rund 77.600 Dollar. Demokratische Verhandler wollen den Republikanern vor einer entscheidenden Verfahrensabstimmung zwar ein Gegenangebot vorlegen, doch für einen Fortschritt sind parteiübergreifende Stimmen nötig.
Commerzbank-Streit zwischen Berlin und UniCredit bleibt ungelöst
Nach dem ersten Treffen von Finanzminister Lars Klingbeil und UniCredit-Chef Andrea Orcel bestehen die unterschiedlichen Positionen zur Zukunft der Commerzbank fort. Klingbeil fordert den Erhalt der eigenständigen, in Frankfurt ansässigen Bank und ihres Mittelstandsgeschäfts, während Orcel die wirtschaftlichen Vorteile einer Übernahme betont. UniCredit kontrolliert inzwischen fast 50 Prozent der Anteile, sieht ein Einsparpotenzial in Milliardenhöhe und könnte im Zuge einer Übernahme Tausende Stellen abbauen.
Deutz plant Kapitalerhöhung über bis zu zehn Prozent
Der Motorenbauer Deutz will bis zu 15,26 Millionen neue Aktien ausgeben und damit bis zu zehn Prozent des Grundkapitals platzieren. Die ausschließlich institutionellen Anlegern angebotenen Aktien sollen die Kapitalstruktur optimieren und die finanzielle Flexibilität für künftige Wachstumschancen stärken, während das Bezugsrecht bestehender Aktionäre ausgeschlossen ist. Der Handelsbeginn ist voraussichtlich für den 18. September vorgesehen, der Aktienkurs gab auf Tradegate leicht nach.
Cewe startet Aktienrückkauf
Der Fotodienstleister Cewe will bis zu 150.000 eigene Aktien im Wert von höchstens 18 Millionen Euro zurückkaufen. Das Programm entspricht rund zwei Prozent des Grundkapitals, beginnt am Dienstag und soll bis zum 16. April 2027 abgeschlossen sein. Die Aktie legte im nachbörslichen Tradegate-Handel zunächst um mehr als 2,5 Prozent zu.
Enthält Material von dpa-AFX