Der DAX steht am Donnerstag unter Druck. Das belastet den deutschen Leitindex. Im Fokus stehen Renk, Meta, Qiagen, Alibaba, Nokia, Lam Research, Sartorius.

Der Dax dürfte am Donnerstag auf seiner Richtungssuche wieder einen Dämpfer erhalten. Nach Zahlen großer US-Konzerne sorgt der Technologiesektor dafür, dass die Stimmung schon wieder umschwenkt, nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte. Gut eine Stunde vor dem Auftakt signalisiert der X-Dax für den Dax einen 0,7 Prozent tieferen Auftakt bei 25.463 Punkten.

Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP können die internationale Technologie-Schwäche vorbörslich nicht aufwiegen. Die Erholung des Nasdaq 100 hatte am Vorabend in New York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es für technologielastige Asien-Indizes wie den japanischen Nikkei 225 oder den südkoreanischen Kospi wieder merklich bergab.

Am Markt hieß es, die Mischung weiterer Geschäftsergebnisse von US-Technologieriesen könne die Anleger nicht davon überzeugen, dass die Erholung im KI-Bereich von Dauer ist. Tags zuvor hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX die jüngsten Sorgen zwar etwas zerstreut, doch nun würden sie von widersprüchlichen Signalen von Meta und Tesla wieder befeuert, kommentierte der Marktexperte Stephen Innes.

DAX (WKN: 846900)

Weitere Nachrichten

Renk-Aktie gibt nach Spartenverkauf nach

Die Renk-Aktie fällt im Tradegate-Handel um 3,5 Prozent unter den Xetra-Schlusskurs. Der Konzern hat einen Käufer für sein Gleitlagergeschäft gefunden und kommt dem Ziel eines reinen Rüstungskonzerns näher. Die neue Jahresprognose signalisiert laut Börsianern jedoch auch eine leichte operative Absenkung.

Sartorius sieht sich auf Kurs zu Jahreszielen

Sartorius steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um knapp fünf Prozent auf rund 2,74 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte um fast sieben Prozent auf knapp 828 Millionen Euro zu, die Marge stieg auf 30,2 Prozent. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresziele und zeigte sich für die Laborsparte etwas optimistischer.

Meta beschließt neue Aktienstruktur für Zuckerberg

Meta führt neue Aktien ohne Stimmrechte ein, damit Mark Zuckerberg bei möglichen Verkäufen seine Kontrolle über den Konzern behalten kann. Der Schritt folgte auf seine Drohung, Kalifornien zu verlassen, falls keine Einigung zustande komme; zugleich hebt Meta die Untergrenze seiner Investitionsprognose für KI-Infrastruktur auf 135 Milliarden Dollar an. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar, während Meta wegen eines Datenschutzverfahrens in New Mexico zudem zu 25 Milliarden Dollar verurteilt wurde.

EQT bietet 46,50 Euro je Qiagen-Aktie

Der Finanzinvestor EQT will Qiagen gemeinsam mit Partnern für 46,50 Euro je Aktie in bar übernehmen. Das Angebot bewertet den Konzern einschließlich Schulden mit rund 10,8 Milliarden Euro und steht unter einer Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie. Qiagen hat sich zur Unterstützung verpflichtet und setzt seinen Ausblick für 2026 bis auf Weiteres aus.

Alibaba-Aktie fällt nach Eingreifen chinesischer Behörden

Alibaba-Aktien verloren in Hongkong zeitweise 6,3 Prozent und verzeichneten damit den stärksten Rückgang seit zwei Monaten. Chinas Marktaufsicht forderte von E-Commerce-Plattformen strengere Produkt- und Servicestandards und verwies auf Qualitäts- und Sicherheitsrisiken, insbesondere bei Livestream-Verkäufen und Schnelllieferdiensten. Der Hang Seng Tech Index sank zeitweise um 5,2 Prozent.

Meta soll in New Mexico 25 Milliarden Dollar zahlen

Ein Gericht in New Mexico verhängte gegen Meta eine Zivilstrafe von 25 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Verbraucherschutzgesetze. Eine Jury hatte festgestellt, dass der Konzern Nutzer in rund 43,9 Millionen Fällen über Datenschutz und Sicherheit der Plattform irregeführt habe. Meta kündigte Berufung an; der Bundesstaat hatte Strafen von 35 bis 40 Milliarden Dollar gefordert.

Nokia übertrifft Erwartungen und bestätigt Jahresausblick

Nokia erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 5,15 Milliarden Euro, ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und übertraf damit die Markterwartungen. Die vergleichbare operative Marge stieg auf 11,7 Prozent, während die Jahresprognose unverändert blieb. Der Verwaltungsrat beschloss eine Dividende von 0,03 Euro je Aktie, die am 5. November ausgezahlt werden soll.

Lam-Research-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen

Lam Research verlor nachbörslich 6,8 Prozent, obwohl Umsatz und bereinigter Gewinn im September-Quartal die Erwartungen übertrafen. Der Umsatz stieg um 54 Prozent auf 8,22 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 2,20 Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen 8,6 Milliarden Dollar Umsatz und 2,33 Dollar bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht.

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links