Am Dienstag steht der DAX unter Druck. Das belastet den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: der Ausverkauf in Asien, Micron, Broadcom, ASML, SpaceX, Disney, GM, LVMH.
Bei leicht nachgebenden Ölpreisen und einem unter Druck stehenden Technologiesektor dürfte der Dax am Dienstag mit Abgaben starten.
Rund eine Stunde vor dem Börsenauftakt signalisierte der X-Dax ein Minus von 0,1 Prozent auf 25.260 Zähler. An der aktuell abwärts gerichteten 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend bei derzeit rund 21.320 Punkten war der deutsche Leitindex tags zuvor zurückgeprallt. Unterstützung liefert die für den längerfristigen Kursverlauf relevante 200-Tage-Linie bei etwas über 24.860 Zählern.
Technologiewerte und hier besonders Papiere von Chipkonzernen hatten am Vortag in den USA einen schweren Stand und wurden an diesem Morgen auch in Asien verkauft. Auslöser waren neben wachsenden Zweifeln an der Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen auch technologische Fortschritte des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT. Diese schürten Sorgen um die Marktanteile und Gewinnmargen etablierter Halbleiterkonzerne.
"Der Ausverkauf der Halbleiterwerte verschärft sich, nachdem der Broadcom-Chef vor zu hohen Erwartungen an KI und vor Finanzierungsproblemen beim Ausbau gewarnt hat", schrieben die Marktexperten der Dekabank in ihrem Morgenkommentar. Als Dax-Wert zeigte sich Infineon vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate mit minus 1,7 Prozent schwach im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag. Im MDax sanken Suss Microtec um 2,4 Prozent und Aixtron um 1,6 Prozent verglichen mit dem Xetra-Schluss.
Die Berichtssaison beginnt in den Vereinigten Staaten zunächst allerdings mit den Quartalsbilanzen der Großbanken. An diesem Dienstag stehen daher erst einmal JPMorgan und Goldman Sachs im Fokus, die hierzulande am frühen Nachmittag womöglich den Aktienkurs der Deutschen Bank bewegen könnten.
Zudem könnte der Blick erneut auf Autobauer gerichtet sein. VW und deren Sportwagentochter Porsche sowie BMW werden letzte Aussagen zum abgelaufenen Quartal vor der Schweigeperiode machen.
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Broadcom-Chef sieht tragfähiges OpenAI-Geschäft, warnt aber vor Finanzierungsrisiken
OpenAI erzielte im September einen annualisierten Umsatz von 50 Milliarden Dollar, ist laut Broadcom-Chef Hock Tan wegen hoher Ausgaben für Training und Rechenleistung aber weiterhin defizitär. Tan warnte, die Umsatzrate sage wenig über die langfristige Profitabilität aus, und verwies auf den hohen Verbrauch von KI-Rechenleistung in Unternehmen. Broadcoms Chiplieferungen und Finanzierungsverbindungen zu OpenAI rücken die Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage in den Fokus, während die Kosten für eine Absicherung der Broadcom-Schulden gegen Zahlungsausfall laut Bericht einen Rekord erreicht haben.
Micron genehmigt Aktienrückkäufe von bis zu 35,16 Milliarden Dollar
Micron hat seine flexible Rückkaufgenehmigung auf einen Rekordwert von 35,16 Milliarden Dollar erhöht; das Programm soll am 9. Dezember beginnen. Der Betrag umfasst 2,16 Milliarden Dollar aus dem Rest der Genehmigung von 2018 sowie den bereinigten freien Cashflow des Quartals bis zum 3. September, abzüglich bestimmter Fördermittel und Dividenden. Microns Aktie ist in diesem Jahr dank der KI-getriebenen Speichernachfrage um mehr als 240 Prozent gestiegen, liegt aber noch unter ihrem Höchststand vom 25. Juni.
SpaceXAI bündelt Grok, Cursor und X-Funktionen in Abonnements
Die KI-Sparte von SpaceX hat das „X Subscription“ eingeführt, das Grok-Werkzeuge, Funktionen der Plattform X und Cursor-Programmierwerkzeuge zusammenführt. Die fünf Tarife reichen von kostenlos bis 200 Dollar pro Monat; das Angebot Premium für 30 Dollar wird als beliebteste Stufe bezeichnet. SpaceX hatte xAI im Februar übernommen und später als SpaceXAI integriert.
Asiatische Technologiewerte geraten wegen KI-Sorgen unter Druck
Nach Verlusten bei US-Halbleiteraktien gaben asiatische Technologie- und KI-Werte am Dienstag deutlich nach. SK Hynix verlor rund acht Prozent, Samsung etwa sieben Prozent und SoftBank fast neun Prozent; auch Tokyo Electron und Advantest standen unter Druck. Anleger bewerten erneut KI-Bewertungen, Investitionsausgaben und den Wettbewerb im Speichermarkt, während Fortschritte des chinesischen Herstellers CXMT zusätzlichen Konkurrenzdruck schüren.
Character.ai beantragt Gläubigerschutz, Disney wird Erstbieter
Character Technologies hat in Delaware freiwillig Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt und will seine Plattform während des Verkaufsverfahrens weiterbetreiben. Disney soll als Erstbieter eine nicht-exklusive, unbefristete Lizenz für bestimmte Rechte erhalten und dafür 20 Millionen Dollar sowie Übergangsdienstleistungen bereitstellen. Kommt kein Käufer zustande, der den Fortbestand der Plattform ermöglicht, soll diese eingestellt werden; der Abschluss der Transaktion wird für Ende November oder Anfang Dezember erwartet.
GM hält an autonomem Fahren bis 2028 fest
General-Motors-Chefin Mary Barra bekräftigte, dass der Konzern bis 2028 eine Fahrtechnik einführen will, bei der Fahrer zeitweise weder auf die Straße schauen noch das Lenkrad halten müssen. Zunächst soll das Assistenzsystem in den elektrischen Cadillac Escalade IQ integriert und anschließend auf weitere Modelle ausgeweitet werden. Nach dem Ausstieg aus dem Robotaxi-Geschäft will GM autonome Systeme für privat genutzte Fahrzeuge entwickeln und übernahm dafür einen großen Teil des Cruise-Teams.
LVMH leidet unter China-Boykott und schwachem Modegeschäft
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Enthält Material von dpa-AFX