Die Deutsche Bank sieht neue Chancen jenseits der großen Chipnamen - unter anderem bei KI-Plattformen, Rechenzentren und optischen Komponenten. Welche Unternehmen jetzt profitieren könnten.

Wer beim Thema künstliche Intelligenz bislang vor allem an die großen Chipkonzerne gedacht hat, könnte die nächste Etappe des Booms verpassen. Das jedenfalls meint die Deutsche Bank in ihrem „Fresh Money“-Ausblick für das vierte Quartal 2026. Sie hat dabei mehrere Technologiewerte untersucht, bei denen sie Potential sieht. Hier sind vier Unternehmen, die sehr unterschiedliche Teile der KI-Wertschöpfung abdecken und vom Boom profitieren können.

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Meta: KI soll das Werbegeschäft anschieben

Meta ist längst mehr als ein Social-Media-Konzern. Die Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp liefern dem Unternehmen riesige Datenmengen und Reichweite – beides kann helfen, KI-Funktionen in bestehende Produkte einzubauen. Die Deutsche Bank sieht laut der US-Finanzplattform “MarketWatch” in Metas KI-Agent Muse nicht nur ein neues Angebot für Nutzer. Eine starke Nutzung könnte auch neue Erlöse über Abonnements oder Transaktionsgebühren eröffnen und zugleich die Wirkung der Werbeplattform verbessern.

KI muss also nicht erst ein völlig neues Geschäft hervorbringen, wenn sie das bestehende Werbegeschäft effizienter macht. Für Anleger bleibt aber die Rechnung entscheidend. Der Ausbau der KI-Infrastruktur kostet viel Geld; ob zusätzliche Werbeerlöse und neue Dienste diese Investitionen rechtfertigen, muss sich erst zeigen. Wichtig wird deshalb, ob Meta die Nutzung seiner KI-Angebote in messbare Geschäftszahlen übersetzen kann.

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Meta (WKN: A1JWVX)

ServiceNow: KI-Agenten brauchen Kontrolle und Arbeitsabläufe

ServiceNow sitzt an einer anderen Stelle der Entwicklung. Das Unternehmen organisiert digitale Arbeitsabläufe in Firmen, etwa im IT-Service-Management. Wenn Unternehmen KI-Agenten in größerem Umfang einsetzen, müssen diese in bestehende Prozesse eingebunden, überwacht und abgesichert werden. Die Deutsche Bank sieht da Potential: Die Einführung von Unternehmens-KI könnte Kunden dazu bewegen, ihre ServiceNow-Plattformen auszubauen oder auf höherwertige Funktionen umzusteigen.

Zudem wächst nicht nur die Zahl der KI-Anwendungen, sondern auch der Bedarf, sie in der Organisation zu verwalten. Entscheidend ist, ob daraus tatsächlich für das Unternehmen zusätzliche Lizenzen und höhere Erlöse entstehen – und ob ServiceNow sich gegen andere Anbieter im umkämpften Unternehmenssoftwaremarkt behaupten kann.

ServiceNow (WKN: A1JX4P)

Digital Realty: Platz und Strom für KI

KI braucht Rechenleistung, und Rechenleistung braucht Gebäude, Strom und Netzwerkanbindung. Digital Realty besitzt und betreibt Rechenzentren und profitiert damit potenziell vom Ausbau der Infrastruktur durch Cloud- und Technologiekonzerne. Laut “MarketWatch” verwies Deutsche-Bank-Analyst Benjamin Soff auf einen Auftragsbestand künftiger vertraglich vereinbarter Erlöse von 1,4 Milliarden Dollar. Treiber sei die großvolumige Vermietung von Rechenzentrumskapazitäten. Digital Realty muss es nun schaffen, die Nachfrage auch bedienen zu können.

Digital Realty Trust, Inc. (WKN: A0DLFT)

Lumentum: Laser für Datenübertragung

Innerhalb eines Rechenzentrums müssen gewaltige Datenmengen schnell zwischen Servern übertragen werden. Dafür sind optische Komponenten und Laser wichtig. Lumentum stellt solche Bauteile her und könnte von der steigenden Nachfrage nach leistungsfähiger Datenübertragung profitieren.

Deutsche-Bank-Analyst Gianmarco Paolo Conti verwies demnach auf Engpässe bei optischen Komponenten. Lumentums fortgeschrittene 200G-Laser seien auf absehbare Zeit ausverkauft; der durchschnittliche Verkaufspreis liege etwa doppelt so hoch wie bei Produkten der vorherigen Generation. Das deutet auf eine starke Nachfrage und günstige Preissetzung hin. Zugleich ist die Erwartung anspruchsvoll: Lumentum muss die Produktion ausweiten und die Nachfrage bedienen, ohne dass Engpässe, Verzögerungen oder ein späterer Rückgang der Investitionen die Wachstumsstory bremsen.

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Lumentum Holdings (WKN: A14WK0)

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Häufige Fragen

Welche Aktien könnten vom KI-Boom jenseits der Chipindustrie profitieren?

Neben Chip-Herstellern können auch Plattform-, Software- und Infrastrukturunternehmen profitieren. Die Deutsche Bank nennt unter anderem Meta Platforms (META), ServiceNow (NOW), Digital Realty (DLR) und Lumentum (LITE).

Warum könnte Digital Realty vom KI-Boom profitieren?

KI-Anwendungen benötigen Rechenzentren. Digital Realty vermietet und betreibt entsprechende Infrastruktur. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass Cloud- und Technologiekonzerne weiter Rechenzentrumskapazität nachfragen.

Was macht Lumentum für den KI-Ausbau relevant?

Lumentum produziert optische Komponenten und Laser, die bei der Datenübertragung in Rechenzentren eingesetzt werden. Die Deutsche Bank sieht bei bestimmten 200G-Lasern eine starke Nachfrage und knappe Kapazitäten.

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