Die Adobe-Aktie ist deutlich billiger geworden. Goldman Sachs sieht darin aber noch keine Kaufgelegenheit - und erklärt auch warum.

Goldman Sachs bleibt bei Adobe skeptisch. Analystin Gabriela Borges hat ihre Einstufung „Sell“ mit einem Kursziel von 200 Dollar bestätigt. Der Kursverlust der vergangenen Monate reicht der Investmentbank damit noch nicht als Argument für einen Einstieg. Am 6. Oktober schloss das Papier bei 238 Dollar.

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Adobe-Aktie: Goldman Sachs verlangt mehr Klarheit

Dabei spricht auf den ersten Blick einiges für Adobe. Die Aktie hat gegenüber dem Vorjahresstand rund ein Drittel verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der für das laufende Geschäftsjahr erwarteten Gewinne liegt nur noch bei 9,7, die Cashflow-Rendite bei 11,4 Prozent. 

Gleichzeitig wächst das operative Geschäft weiter. In der Quartalskonferenz vom 10. September meldete Adobe für das dritte Geschäftsquartal 2026 einen Rekordumsatz von 6,76 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 13 Prozent, währungsbereinigt zwölf Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 15 Prozent auf 6,13 Dollar.

Goldman Sachs verlangt dennoch mehr Klarheit. Wie US-Medien berichten, will die Bank überzeugendere Belege für Adobes Strategie und deren Umsetzung sehen, bevor sie ihr Urteil ändert. Der für den 1. Dezember angekündigte Amtsantritt von Anil Chakravarthy als CEO könnte zwar neue Impulse bringen. Entscheidend sei aber, ob die neue Führung tatsächlich wesentliche Veränderungen anstößt oder überwiegend den bestehenden Mehrjahresplan fortführt. 

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Adobe (WKN: 871981)

Eine Milliarde Nutzer – wie Adobe damit Kasse machen kann

Eine zentrale Aufgabe ist die Monetarisierung der wachsenden Reichweite. Nach Angaben des Managements nutzen inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen monatlich Adobes Angebote über die Geschäftsbereiche hinweg, über 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im kostenlosen beziehungsweise teilweise kostenlosen Kreativangebot überschritt die Nutzerzahl die Marke von 100 Millionen. 

Adobe setzt dabei zunächst auf Nutzergewinnung und intensivere Nutzung. Daraus sollen dann zusätzliche zahlende Kunden und höhere Erlöse entstehen. Goldman Sachs richtet aber den Blick auf die Umwandlung kostenloser Nutzer in Abonnenten, höherpreisige Angebote wie Creative Cloud Pro und zusätzliche Gebühren für verbrauchte KI-Kontingente.

Denn die Konkurrenz setzt den Konzern gehörig unter Druck: Goldman Sachs kritisiert Adobes uneinheitliche Produktentwicklung und verweist auf Canvas mehr als 265 Millionen monatliche Nutzer sowie mindestens vier Milliarden Dollar jährlich wiederkehrende Erlöse. Für Adobe Express schätzte Goldman Sachs die monatliche Nutzerzahl 2025 auf rund 70 Millionen. 

Adobe macht Geld mit KI - aber wie nachhaltig?

Außerdem geht es darum, wie sich aus KI Geld machen lässt: Die jährlich wiederkehrenden Erlöse aus den als „AI-first“ bezeichneten Angeboten von Adobe lagen zum Quartalsende bei mehr als 650 Millionen Dollar und damit über 150 Prozent höher als im Vorjahr. Die entsprechenden Erlöse aus der Firefly-App und Firefly-Kreditpaketen wuchsen gegenüber dem Vorquartal um 40 Prozent. 

Allerdings integriert Adobe dabei zunehmend KI-Modelle von Drittanbietern. Aus Sicht von Goldman Sachs verlagert sich der Wettbewerb damit von der Qualität eigener Modelle zur Kontrolle der kreativen Arbeitsabläufe. Kleinere Übernahmen könnten Technologie und Entwicklerkompetenz ergänzen, wären bei hohen Kaufpreisen aber nicht ohne Risiko. Bei der Neupositionierung der Experience Cloud bleibt für die Bank offen, ob daraus ein eigenständig wertvolles Geschäft entsteht oder vor allem bestehende Produkte geschützt werden.

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Fazit: Der Beweis steht für Goldman Sachs noch aus

Adobe liefert weiterhin Wachstum und meldet steigende KI-Erlöse. Goldman Sachs ist aber skeptisch, ob das Unternehmen seine starke Marktposition im technologischen Wandel behaupten und die größere Nutzerbasis profitabel erschließen kann.

Für eine Neubewertung braucht es aus Sicht der Bank eine einfachere Produktarchitektur, schnellere Innovationen und sichtbare Fortschritte bei der Monetarisierung. Bis diese Strategie überzeugender in den Ergebnissen ankommt, bleibt die Verkaufsempfehlung bestehen. 

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Häufige Fragen

Warum empfiehlt Goldman Sachs den Verkauf der Adobe-Aktie?

Goldman Sachs sieht Risiken durch den zunehmenden Wettbewerb und den Wandel des Softwaremarktes durch künstliche Intelligenz. Die Bank verlangt mehr Belege dafür, dass Adobe seine Produktstrategie vereinfacht und die wachsende Nutzerbasis in zusätzliche Einnahmen umwandelt. Die günstige Bewertung allein reicht ihr deshalb nicht für eine Kaufempfehlung.

Welches Kursziel nennt Goldman Sachs für die Adobe-Aktie?

Goldman-Sachs-Analystin Gabriela Borges nennt ein Kursziel von 200 US-Dollar und bewertet die Adobe-Aktie mit „Sell“. 

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz für Adobe?

KI bietet Adobe neue Erlösmöglichkeiten, verstärkt aber zugleich den Wettbewerbsdruck. Laut Management lagen die jährlich wiederkehrenden Erlöse aus „AI-first“-Angeboten zum Ende des dritten Geschäftsquartals 2026 bei mehr als 650 Millionen US-Dollar. Nun muss sich zeigen, ob Adobe mit Firefly und KI-Funktionen in seinen Anwendungen dauerhaft zusätzliche zahlende Kunden gewinnen kann.

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