Software-Aktien haben es momentan schwer. Doch eine neue Analyse des Investmenthauses CLSA macht Hoffnung. Welche Unternehmen sie empfehlen.
Software-as-a-Service (SaaS) galt jahrelang als Wachstumssegment. Dann kam die KI – und mit ihr die Angst, dass große Sprachmodelle klassische Softwarelösungen überflüssig machen könnten. Die Folge: Die Aktienkurse von Microsoft und SAP fielen; Anleger investierten ihr Geld lieber in KI-Werte.
„Nachdem Software in zwei Jahrzehnten ihren Anteil an den IT-Ausgaben um das 2,5-Fache gesteigert hat, steht die Branche nun vor einer Bewährungsprobe", schreiben die CLSA-Analysten Bhavtosh Vajpayee und Hangyul Son in einem neuen Sonderbericht. „Der Realitätscheck war brutal – aber notwendig."
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Microsoft, SAP und Co.: Starke Wettbewerbsvorteile trotz KI-Druck
Doch die Analysten sehen die SaaS-Branche keineswegs am Ende. Im Gegenteil: Sie identifizieren bei fast allen großen Anbietern strukturelle Wettbewerbsvorteile, die auch durch KI nicht so leicht verschwinden werden.
„Wir sind umgeben von geschäftlichen Nuancen, Compliance-Anforderungen und Informationsfiltern, die von Software verwaltet werden", betont Vajpayee. „Die Vorstellung, dass KI dies einfach wegprogrammiert, erscheint unplausibel." Die Analysten sehen beispielsweise Stärken in Salesforces Vertriebsverknüpfungen, Oracles Datenbankpräzision und Microsofts Allgegenwärtigkeit.
Ähnliches gilt für SAP – den deutschen Weltmarktführer für Unternehmenssoftware, der im CLSA-Bericht zwar nicht direkt bewertet wird, aber eine ähnliche Symptomatik aufweist. SAPs ERP-Systeme sind tief in die Prozesse von Tausenden Konzernen weltweit eingebettet – ein Burggraben, den auch die fortschrittlichste KI nicht über Nacht schleifen kann. Zudem treibt SAP selbst die KI-Integration in seine Plattform voran und sieht den Technologiewandel eher als Rückenwind denn als Bedrohung.
Tipp: Wer gerne in den Hype einsteigen möchte, sollte sich den "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE genauer anschauen.
Software-Aktien: Historische Kaufchance für Microsoft und Co.?
CSLA bewertet in seiner Analyse auch SaaS-Titel neu. Microsoft erhält ein „Outperform"-Rating mit Kursziel 535 US-Dollar – die Allgegenwärtigkeit des Konzerns sichere trotz eines holprigen Copilot-Starts seine Stellung. Adobe überzeugt mit demselben Rating und Kursziel 300 Dollar: Der aktuelle Kurs spiegele übertriebene Marktangst wider, die echten Stärken würden unterschätzt, meinen die Analysten.
Oracle und Salesforce stufen sie jeweils mit „Hold" ein, ServiceNow und Workday erhalten ein “Underperform”-Rating. Für SAP gab es kein Rating - doch hier steht der Analystenkonsens ebenso bei “Buy”.
Für Anleger, die an die Wettbewerbsvorteile der Konzerne glauben und gerne antizyklisch investieren, bietet sich also gerade eine attraktive Kaufchance. Auch die Börse Online-Redaktion empfiehlt SAP und Microsoft. Wenn Sie sich weiter dafür interessieren, wie Sie ihr Geld am besten anlegen können, dann kann sich ein Probeabo von BÖRSE ONLINE für Sie lohnen.
Häufige Fragen
Was macht CLSA?
CLSA ist ein in Hongkong ansässiges Kapitalmarkt- und Investmenthaus, das institutionellen Anlegern weltweit Research, Brokerage und Beratungsdienstleistungen anbietet. Das Unternehmen ist vor allem für seine Branchenanalysen bekannt und gilt als eine der renommiertesten Adressen für Kapitalmarktresearch im asiatisch-pazifischen Raum.
Ist SaaS durch künstliche Intelligenz gefährdet?
Nicht grundsätzlich. Zwar übt der Aufstieg von KI-Modellen erheblichen Druck auf die SaaS-Branche aus, doch etablierte Anbieter verfügen laut der CSLA-Analyse über starke strukturelle Vorteile – etwa in Form von tief verwurzelten Workflow-Systemen, Compliance-Infrastruktur und langjährigen Kundenbeziehungen.
Warum haben SaaS-Aktien zuletzt an Anlegervertrauen verloren?
Die Kombination aus verlangsamtem Wachstum und der aufkeimenden Konkurrenz durch generative KI hat Investoren verunsichert. CLSA spricht von einem „notwendigen Realitätscheck" für eine Branche, die jahrelang mit hohen Bewertungen verwöhnt wurde – und die nun unter Beweis stellen muss, dass ihre Geschäftsmodelle auch im KI-Zeitalter Bestand haben.
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