Nach den jüngsten Kursverlusten bei Nvidia, Micron und Co. warnt Goldman Sachs vor weiteren Turbulenzen – und verrät, welche drei Sektoren nun zu den Gewinnern zählen könnten.

Die bislang verwöhnten KI-Investoren mussten in den vergangenen Wochen zum Teil deutliche Verluste in ihren Depots verkraften. So verlor Nvidia seit seinem Jahreshoch rund 14 Prozent. Noch stärker fiel die Korrektur bei einigen Momentum-Aktien aus: Micron Technology und Lumentum gaben um rund ein Drittel nach, SanDisk büßte sogar 42 Prozent an Wert ein.

Goldman Sachs warnte nun in einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Report davor, dass der bislang sehr beliebte KI-Momentum-Trade zunehmend volatil wird. Stratege Ben Snider verwies darauf, dass der Long-Short-Momentum-Faktor aktuell eine annualisierte Volatilität von 36 Prozent aufweist. Das ist der höchste Wert außerhalb von Rezessionsphasen.

KI-Trade beginnt zu wackeln

Als Gründe für die starken Schwankungen nennt Goldman Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in zuvor schwächer gelaufene Sektoren. Dafür spricht auch, dass der gleichgewichtete S&P 500 zuletzt sogar neue Allzeithochs erreichte. In den vergangenen Wochen wurde also in großem Stil Kapital aus KI-Aktien abgezogen und in defensivere sowie bislang weniger stark gelaufene Werte umgeschichtet.

Goldman warnt, dass dieser Trend kurzfristig anhalten könnte, da viele Hedgefonds weiterhin stark in KI-Aktien investiert sind. Zudem sieht die Großbank nur begrenztes positives Überraschungspotenzial bei den Investitionsausgaben der Hyperscaler, nachdem deren Prognosen bereits im vergangenen Quartal um insgesamt rund 100 Milliarden Dollar angehoben worden waren. Stattdessen hält Goldman Sachs derzeit vor allem die folgenden drei Anlagethemen für interessant.

Unternehmen rund um Konsumerlebnisse

Hotels, Kreuzfahrtgesellschaften, Casinos, Freizeitparks und Veranstalter könnten von weiterhin robusten Konsumausgaben profitieren und sind zugleich vergleichsweise wenig durch KI gefährdet. Die Ausgaben für solche Erlebnisse stiegen im ersten Quartal 2026 um sechs Prozent und damit deutlich stärker als die gesamten Dienstleistungsausgaben.

Der Aktienkorb von Goldman Sachs mit 36 Unternehmen aus dem Freizeitbereich legte im laufenden Jahr bereits um 17 Prozent zu. Dennoch liegt seine Bewertung weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt. Enthalten sind unter anderem Disney, Marriott, Royal Caribbean, Hilton, Live Nation, MGM, Wynn Resorts und Planet Fitness.

Hochwertige Wachstumsaktien mit Bewertungsabschlag

Ein weiterer interessanter Bereich könnten derzeit sogenannte „Compounder“ sein. Dabei handelt es sich um Qualitätsunternehmen mit hohen Kapitalrenditen und starken Wettbewerbsvorteilen, die ihre Gewinne kontinuierlich und profitabel reinvestieren.

Obwohl diese Unternehmen in den vergangenen drei Jahren ihre Gewinne im Schnitt mehr als doppelt so stark steigerten wie das durchschnittliche Unternehmen im S&P 500, schnitten sie im laufenden Jahr um sieben Prozentpunkte schlechter ab als der gleichgewichtete S&P 500. Dadurch sind die Compounder im Verhältnis zum breiten Markt derzeit so günstig bewertet wie seit rund zehn Jahren nicht mehr.

Zu den von Goldman Sachs favorisierten Aktien in diesem Bereich gehören unter anderem Mastercard, Visa, Booking Holdings, DexCom, Morningstar und MSCI.

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Potenzielle Übernahmekandidaten

Auch die US-Übernahmeaktivität hat 2026 deutlich zugenommen. Das angekündigte Transaktionsvolumen liegt bislang bei 1,2 Billionen Dollar und damit 32 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders rege ist die Aktivität in den Bereichen Technologie, Elektronik und Gesundheitswesen.

Als Gründe für die zunehmende Zahl an Übernahmen nennt Goldman Sachs günstige Finanzierungsbedingungen, ein solides Wirtschaftswachstum, ein gestiegenes Vertrauen der Unternehmensleitungen und ein freundlicheres regulatorisches Umfeld. Die Analysten gehen davon aus, dass der aktuelle Übernahmezyklus erst etwa zur Hälfte abgeschlossen ist.

Goldman Sachs identifiziert derzeit 71 potenzielle Übernahmekandidaten. Dazu zählen unter anderem Devon Energy, Okta, HubSpot, SentinelOne und AvePoint.

Bis zu 11 Prozent Dividende und 400 Prozent Gewinnchance

Wem der KI-Trade inzwischen zu heiß geworden ist, der findet im Report „Dividendenwachstumskönige“ von BÖRSE ONLINE drei Aktien mit Ausschüttungen von bis zu 11 Prozent, zusätzlichem Kurspotenzial und starken Wachstumsaussichten. Für risikobereite Anleger winken mit ausgewählten Derivaten sogar Gewinnchancen von bis zu 400 Prozent.

Zum Report "Dividendenwachstumskönige"

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Häufig gestellte Fragen:

Warum fallen KI-Aktien aktuell?

Viele KI-Aktien leiden unter Gewinnmitnahmen nach der starken Rally sowie unter einer Rotation in zuvor schwächer gelaufene und defensivere Marktbereiche. 

Rechnet Goldman Sachs mit weiteren Verlusten bei KI-Aktien?

Goldman Sachs erwartet kurzfristig anhaltend hohe Schwankungen. Die Großbank sieht nur begrenztes positives Überraschungspotenzial bei den Investitionsausgaben der Hyperscaler und hält weitere Umschichtungen für möglich.

Welche Aktien könnten von der Marktrotation profitieren?

Goldman Sachs sieht unter anderem Chancen bei Unternehmen rund um Konsumerlebnisse, günstig bewerteten Qualitätsunternehmen und potenziellen Übernahmekandidaten.

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