Starinvestor Dan Niles warnt davor, dass der KI-Boom bald ins Stocken geraten könnte. Zu Halbleiter-Titeln gibt er dagegen eine gemischte Prognose ab.
Die KI-Euphorie hat die Märkte fest im Griff - Milliarden werden in die neue Technologie investiert. Star-Investor Dan Niles, Gründer von Niles Investment Management, sieht das kritisch. Er warnt Anleger vor einem drohenden „Schlagloch" im KI-Handel.
Star-Investor Niles warnt: KI-Ausgaben können sich als Fehlinvestitionen erweisen
In einem Interview mit CNBC erklärt Niles, dass er einen Strategiewechsel in der Unternehmenslandschaft bemerkt hat: Von der “Token-Maximierung” (Mitarbeiter sollen so viele KI-Token wie möglich generieren) zur „Token-Minimierung". Der Grund: Viele Firmen hätten erkannt, dass sie ihr gesamtes KI-Budget nicht so schnell verbrauchen sollten.
Stattdessen werden günstigere Alternativen interessanter. Er nimmt deshalb an, dass die zunehmende Verlagerung hin zu günstigeren Open-Source-Modellen – teils zu einem Achtel des Preises herkömmlicher Anbieter – den Ausblick für das September-Quartal erheblich belasten könnte.
Derweil zwinge der enorme Kapitalbedarf die Technologiegiganten dazu, massiv Schulden aufzunehmen und Eigenkapital zu beschaffen. Momentan liefern sich Meta, Alphabet und Co. ein Wettrüsten um die Vorherrschaft im KI-Markt.
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Nils ist bekannt dafür, den Tech-Giganten kritisch gegenüber zu stehen. Er sagte schon in früheren Interviews, dass er glaubt, dass sich der massive Aufbau von KI-Rechenkapazitäten als Fehlinvestition erweisen wird und nicht alle KI-bezogenen Aktien gewinnen werden.
Niles: Besser in Halbleiterhersteller investieren - aber nicht in alle
Niles ist deshalb der Meinung, dass es besser sei, wenn das Geld nicht in die Hyperscaler fließt, die KI-Milliarden ausgeben – sondern in die Halbleiterhersteller, die davon profitieren. Er selbst zieht sich aus den Hyperscaler-Titeln zurück. Allerdings reduziert er trotz der starken Kursgewinne auch seine Halbleiter-Positionen, da bei denen bald “selektiver” vorgegangen werden müsse.
Mit dieser Warnung war er heute einer der Faktoren, die den Abwärtsdruck der Aktie von Micron Technology verstärkten. Diese fiel im vorbörslichen Handel um 7,9 Prozent auf 1.116,33 Dollar. Vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen dreht Micron damit ins Minus - was wahrscheinlich an einer Kombination aus Gewinnmitnahmen und einem umfassenden globalen Ausverkauf bei KI-Bewertungen liegt.
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Häufige Fragen
Wer ist Dan Niles?
Dan Niles ist eine Wall Street-Legende, die Ende der 1990er Jahre den Kollaps der Dotcom-Bubble rechtzeitig vorhergesagt hat. Der Hedgefonds-Manager und Gründer von Niles Investment Management ist nun auch kritisch bei den Tech-Giganten.
Was bedeutet „Token-Minimierung" und warum ist das für KI-Aktien relevant?
Token-Minimierung beschreibt die neue Unternehmensstrategie, den Verbrauch kostspieliger KI-Tokens bewusst zu reduzieren – etwa durch günstigere Open-Source-Modelle. Das könnte die Umsatzerwartungen großer KI-Anbieter drücken und deren Aktienkurse belasten.
Welche Risiken birgt die hohe Schuldenaufnahme von Tech-Giganten für KI-Investitionen?
Um ihre enormen KI-Ausgaben zu finanzieren, nehmen Tech-Unternehmen hohe Anleihen auf bzw. beschaffen mehr Eigenkapital. Steigen die Zinsen oder bleiben die erhofften Erträge aus, könnte diese Schuldenlast zum Risikofaktor für die gesamte Branche werden.
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