Der Chipriese Nvidia investiert massiv in seine eigenen Kunden. Investor George Noble sieht darin eine Parallele zu Ciscos Fall während der Dotcom-Blase.

Nvidia ist zum wertvollsten Chipkonzern der Welt aufgestiegen - doch wie nachhaltig ist das? Der frühere Fidelity-Fondsmanager George Noble vergleicht Nvidia jedenfalls mit Cisco während der Dotcom-Blase. Am 5. November schrieb er in einem Post auf X, der Konzern mache „genau den gleichen Fehler“ wie Cisco um das Jahr 2000. 

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Nvidia vor freiem Fall? Noble zieht Cisco-Parallele

Noble erinnert an die Jahrtausendwende. Damals verlieh Cisco Geld an Telekomfirmen, die sich die Netzwerkausrüstung des Konzerns sonst nicht hätten leisten können. Als viele dieser Telekomunternehmen pleitegingen, verlor die Cisco-Aktie laut Noble 89 Prozent. Der S&P 500 halbierte sich in dieser Zeit ebenfalls.

Nach Nobles Darstellung macht Nvidia heute Ähnliches. Der Konzern garantiert Leasingverträge seiner Kunden und beteiligt sich an Start-ups, die seine Chips kaufen. Je mehr Hardware Nvidia verkauft, desto stärker hängt das Geschäft davon ab, dass seine Kunden ihre Rechnungen bezahlen können. Ein Zahlungsausfall würde Nvidia direkt treffen. Noble nennt das „die größte Fehlallokation von Kapital in der Geschichte“.

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Was Nvidias hohes Gewicht im Index bedeutet

Ein weiterer Punkt betrifft die Marktgewichtung. Laut Noble macht Nvidia rund 8 Prozent des S&P 500 aus. Das ist etwa doppelt so viel, wie Cisco auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase im Jahr 2000 im Index hatte. Eine hohe Konzentration einzelner Werte bedeutet, dass ein Kursrückgang bei wenigen Titeln den gesamten Index stärker belastet. Das heißt, wenn Nvidia ein Problem hat, kann sich das auf einige Börsenindizes übertragen, auf die sich unter anderem ETFS stützen.

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Nvidia: Noble kritisiert Kundenkonzentration

Im Podcast „The Real Eisman Playbook“ führte Noble zudem aus, dass fünf Kunden im letzten Quartal rund 70 Prozent der Forderungen aus Lieferungen von Nvidia ausmachten. Nach seiner Einschätzung stammen außerdem etwa 70 Prozent des KI-Umsatzes der großen Cloud-Anbieter (Hyperscaler) von OpenAI und Anthropic. Beide Unternehmen schreiben nach Angaben aus diesen Berichten Verluste. Gerät einer dieser Kunden in Schwierigkeiten, könnte sich das durch die gesamte KI-Lieferkette ziehen.

Noble verweist in diesem Zusammenhang auf die Forderungen des Konzerns. Sie seien in 33 Monaten um 770 Prozent gestiegen, während Cisco-Forderungen vor dem Einbruch um 140 Prozent zulegten. 

Die Nvidia-Aktie selbst ist nach einer starken Rally nach den Zwischenwahlen in den USA abgestürzt und notiert unter der 200-Tages- sowie 50-Tages-Linie. Das hat allerdings den Grund, dass sich viele Anleger durch den Gewinn der Demokraten vor möglichen Regulierungen bei Rechenzentren und KI sorgen - und dies schlägt sich auf die Chipwerte nieder.

Nvidia (WKN: 918422)

Nvidia als Falle? Nobles Meinung ist umstritten

Nicht alle Beobachter teilen Nobles Sicht. Der Risikokapitalgeber Gene Munster hält Nvidias Finanzierungsgeschäfte nicht für ein Schneeballsystem und weist den Dotcom-Vergleich zurück. Nvidias Herstellerfinanzierungen belaufen sich laut Berichten auf mindestens 108,5 Milliarden US-Dollar. Munster sieht darin vor allem eine Form der Absatzförderung, nicht eine Gefahr für den Konzern.

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Häufige Fragen

Wer ist George Noble?

George Noble ist ein früherer Fondsmanager bei Fidelity Investments, der heute als Investor und Kommentator auftritt. Er äußert sich regelmäßig auf X und in Podcasts zu Märkten und Technologiewerten.

Was bedeutet „Cisco-Falle“ genau?

Cisco lieh Telekomfirmen Geld, damit diese die Netzwerkausrüstung des Konzerns kaufen konnten. Als viele dieser Firmen pleitegingen, brachen die Verkäufe und die Cisco-Aktie ein, laut Noble um 89 Prozent. Noble sieht bei Nvidia ein ähnliches Muster, weil der Konzern Kundenkredite absichert und sich an deren Start-ups beteiligt.

Sollte man Nvidia-Aktien nach dieser Warnung verkaufen?

Nein. Noble vertritt eine Einzelmeinung, und Befürworter wie Gene Munster sehen die Lage anders. Wer sich ein eigenes Bild machen will, sollte die nächsten Quartalszahlen von Nvidia abwarten.

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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.