Neue Sparmaßnahmen, hoher Kostendruck, lähmende Bürokratie: Eine für die Gesundheitsversorgung in Deutschland wichtige Branche sieht sich in ihrer Existenz gefährdet.

Deutschland kämpft mit den Folgen einer zunehmend alternden Gesellschaft. Neben dem wachsenden Druck auf das Renten- und Gesundheitssystem klafft eine gewaltige Pflegelücke – und die droht sich weiter zu vergrößern, denn eine für die Versorgung älterer Menschen wichtige Branche gerät ins Wanken.

Studie: Hilfsmittelbranche sieht sich in Existenz bedroht

Das legt die Hilfsmittelstudie 2026 der opta data Zukunfts-Stiftung nahe. Für die Studie wurden rund 1.000 Mitarbeitende aus Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen befragt. Das Ergebnis: 76 Prozent der Befragten sehen die langfristige Existenz ihrer Betriebe als gefährdet an. 

Als Hauptbelastungsfaktoren nennen sie lähmende Bürokratie, wachsenden Kostendruck, verschleppte Digitalisierung sowie den geplanten Drei-Prozent-Abschlag auf erbrachte Leistungen. 82,4 Prozent der Befragten bezeichnen denn auch Finanzierung und Kostendruck als zentrale Herausforderung, während zwischen 91,6 und 98,3 Prozent ihre Branche gesundheitspolitisch als nicht ausreichend vertreten betrachten. 

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Bei der Analyse wurde die opta data Zukunfts-Stiftung vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) und dem Verband Versorgungsqualität Homecare e.V. (VVHC) als Kooperationspartner unterstützt.

Weiterführende Links

Hilfsmittelbranche kein Einzelfall - Was das für Anleger bedeutet

Mit dem hohen Kostendruck steht die Hilfsmittelbranche allerdings nicht allein da: In den vergangenen Jahren haben immer wieder Insolvenzen von Krankenhäusern und Seniorenheimen für Aufsehen gesorgt. Sie leiden unter chronischer Unterfinanzierung, während die Betriebskosten gestiegen sind. Den Preis dafür zahlen nicht nur ältere Menschen und Patienten in Deutschland.

Diese Entwicklungen sind auch für Anleger relevant, die in Titel investieren, die in die deutsche Gesundheitsversorgung eingebunden sind oder von deren Entwicklung abhängen. Ein prominentes Beispiel im Fall der Hilfsmittelbranche ist Ottobock, Weltmarktführer im Bereich Prothetik und Orthetik, sowie seine Wettbewerber Össur und Coloplast.

Ottobock (WKN: BCK222)

Große überregionale Sanitätshaus-Ketten wie Auxilium sind zwar selbst nicht börsennotiert, aber häufig in Konzerne eingebettet, wie in diesem Fall bei der HAL Holding N.V. Es lohnt sich also, die Entwicklungen in der Gesundheitsbranche weiter zu verfolgen. 

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Häufige Fragen

Was sind die größten Herausforderungen für die Hilfsmittelbranche in Deutschland?

Laut der Hilfsmittelstudie 2026 der opta data Zukunfts-Stiftung sind es vor allem lähmende Bürokratie, chronischer Kostendruck, verschleppte Digitalisierung und der geplante Drei-Prozent-Abschlag auf erbrachte Leistungen. 82,4 Prozent der befragten Mitarbeitenden aus Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen nennen Finanzierung und Kostendruck als ihre zentrale Herausforderung.

Wie viele Hilfsmittelbetriebe sehen ihre Existenz als gefährdet an?

Laut der Hilfsmittelstudie 2026 betrachten 76 Prozent der rund 1.000 befragten Mitarbeitenden aus Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen die langfristige Existenz ihrer Betriebe als gefährdet.

Welche börsennotierten Unternehmen sind von der Krise in der deutschen Hilfsmittelbranche betroffen?

Direkt relevant ist beispielsweise Ottobock (Ottobock SE & Co. KGaA), der Weltmarktführer in Prothetik und Orthetik, der auch im Bereich Sanitätshausleistungen tätig ist. Daneben sind internationale Wettbewerber wie Össur und Coloplast zu beobachten. Große Ketten wie Auxilium sind zwar nicht börsennotiert, gehören aber oft zu größeren Konzernen.


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