Der US-Impfstoffhersteller Moderna interessiert sich für die deutschen Produktionsstätten von BioNTech – aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Die US-Konkurrenz hat ein Auge auf die Werke von BioNTech in Deutschland geworfen: „Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau", sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel dem „Handelsblatt". Es sei kein Zufall, dass er aktuell in Berlin sei. “Ich möchte wirklich investieren."


Moderna interessiert sich für Werke von BioNTech

Der US-Impfstoffhersteller würde in so einem Fall planen, auch die von den Werkschließungen betroffenen Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Bancel drängt in diesem Zuge jedoch auch auf bessere Rahmenbedingungen und Planungssicherheit in Deutschland.

Konkret geht es dem Moderna-Chef um die Pläne der Bundesregierung, die Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung durch strengere Preisregeln und höhere Herstellerrabatte zu verringern. Dies würde Investitionen gefährden, warnte das Pharma-Unternehmen. Zudem deutet er an, dass Deutschland ohne mRNA-Produktionskapazitäten ein massives Souveränitätsproblem bekommen werde.

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BioNTech will Werke in Deutschland schließen

Der Mainzer Konzern BioNTech hatte im Mai bekanntgegeben, dass die drei Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen. Die Covid-Impfstoffherstellung wird komplett an den US-Partner Pfizer übertragen, BioNTech selbst will sich neu ausrichten. Insgesamt könnten bis zu 1.860 Stellen wegfallen – und zwar an den Werken in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen, die bis Ende 2027 aufgegeben werden sollen.

BioNTech will mit den Einsparungen massiv in die Krebsforschung investieren. Angesichts der hohen Entwicklungskosten hatte BioNTech bereits das Vorjahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Für 2026 erwartet das Unternehmen, dessen Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci spätestens Ende dieses Jahres ausscheiden werden, Erlöse zwischen 2,0 Milliarden und 2,3 Milliarden Euro.

Weiterführende Links

So läuft es bei BioNTech und Moderna an der Börse

An der Börse kauft BioNTech seit dem 10. Juni eigene Aktien zurück. Das Programm im Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar läuft an der Nasdaq – und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Kurs (77,80 Euro am 17. Juni, 12:30 Uhr) deutlich unter seinen Jahreshochs notiert und Anleger noch auf klinische Datenpakete warten.

Währenddessen legt die Aktie von Moderna zu (47,77 Euro am 17. Juni, 12:30 Uhr) – was vor allem daran liegen dürfte, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA positive Briefing-Dokumente für den saisonalen mRNA-Grippeimpfstoff mFlusiva des Unternehmens veröffentlichte. Eine entscheidende Sitzung des beratenden Ausschusses ist für den 18. Juni angesetzt.

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Häufige Fragen

Was macht Biontech?

BioNTech ist ein deutsches Biotechnologieunternehmen, welches durch die Entwicklung und Distribution des ersten Corona-Impfstoffs bekannt wurde. In diesem Jahr hat das Unternehmen allerdings bekannt gegeben, seine Werke in Deutschland und Singapur schließen zu wollen und sich voll auf die Erforschung von Immuntherapien gegen Krebs fokussieren zu wollen. 

Was macht Moderna?

Moderna ist ein US-Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten und Impfstoffen auf Basis von Boten-RNA (mRNA) spezialisiert hat. Nach dem weltweiten Erfolg seines COVID-19-Impfstoffs konzentriert sich der Konzern auf neue Impfstoffe, personalisierte Krebstherapien und seltene Krankheiten. 

Was plant Moderna mit den BioNTech-Standorten?

Moderna prüft, ob es sich lohnt, die zum Verkauf stehenden BioNTech-Werke zu übernehmen, anstatt eigene Produktionskapazitäten neu aufzubauen. CEO Stéphane Bancel hat dazu bereits Interesse an einer Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung signalisiert.


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