Die Deutsche Bank meldet ein Vorsteuerergebnis nahe am Allzeithoch von 2007 – und gibt sich für die kommenden Jahre sehr selbstbewusst.
Die Deutsche Bank schreibt wieder Zahlen, die an ihre glorreichen Vorkrisenzeiten erinnern. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Frankfurter Geldhaus ein Vorsteuerergebnis von 2,68 Milliarden Euro – und liegt damit nur leicht unter dem Rekordwert aus dem Boomjahr 2007. Unterm Strich verblieb ein Nettogewinn von 1,64 Milliarden Euro, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.
Deutsche Bank mit überraschendem Gewinnsprung - und hohen Zielen
Der größte Treiber hinter diesen guten Zahlen ist die Investmentbank. Die Sparte, die ihr Geld mit Unternehmensfinanzierungen, Beratungsmandaten sowie der Begleitung von Börsengängen und Wertpapieremissionen verdient, legte im Vorsteuergewinn im Jahresvergleich um fast 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu – ein Ergebnis, das selbst optimistische Analysten überraschte.
Konzernchef Christian Sewing, der das Ruder des krisengeplagten Instituts im April 2018 übernahm, zeigte sich entsprechend zuversichtlich: „Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können." Sewings Ziel ist eine Eigenkapitalrendite von mehr als 13 Prozen. Im zweiten Quartal lag sie bei 11 Prozent. Die Eigenkapitalrendite gibt an, wie effizient Banken das Kapital zur Erzielung von Gewinnen einsetzen.
Tipp: Wenn Sie auf der Suche nach sicheren Aktien sind, dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf den BÖRSE ONLINE Stabile Werte Index werfen.
Deutsche Bank plant Rückkauf eigener Aktien
Zudem will Sewing stärker auf Künstliche Intelligenz setzen. Diese eröffne „neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und zusätzliche Einsparungen zu erzielen", betonte er. Und auch die Aktionäre sollen von der wiedergewonnenen Stärke profitieren: Im zweiten Halbjahr plant die Bank, weitere 500 Millionen Euro für den Rückkauf eigener Aktien einzusetzen.
Anleger dürfte das freuen. Die Aktie reagierte dementsprechend und legte nach den positiven Nachrichten heute morgen bei Tradegate um rund vier Prozent zu. Das Papier hat sich zuvor nach einem massiven Kurssturz im Februar und März wieder erholt und sowohl die 200- als auch 50-Tage-Linie überschritten. Experten sehen weiteres Potenzial mit durchschnittlichen Kurszielen um die 34,88 Euro.
Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufige Fragen
Was ist die Eigenkapitalrendite, und warum ist sie so wichtig für Banken?
Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie viel Gewinn eine Bank im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital erwirtschaftet. Sie ist ein zentraler Maßstab für die Profitabilität und Effizienz eines Geldhauses – und damit ein entscheidendes Kriterium für Investoren.
Was macht eine Investmentbank, und womit verdient sie Geld?
Investmentbanken beraten Unternehmen bei Fusionen, Übernahmen und Börsengängen, begleiten die Ausgabe von Aktien und Anleihen und bieten Finanzierungslösungen an. Ihr Geschäft ist stark von Marktaktivität und Unternehmenstransaktionen abhängig – und damit konjunktursensitiv.
Was steckt hinter dem Aktienrückkauf der Deutschen Bank?
Beim Aktienrückkauf erwirbt ein Unternehmen eigene Aktien am Markt zurück. Das verringert die Anzahl der umlaufenden Aktien, was den Gewinn je Aktie erhöht und den Kurs stützt – ein klassisches Signal, dass das Management das eigene Unternehmen für unterbewertet hält.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.