Die US-Aktienmärkte könnten in den kommenden drei Monaten deutlich unruhiger werden, warnt Goldman Sachs. Denn die US-Zwischenwahlen stehen an - und treffen auf weitere ungünstige Faktoren für die Börse.
In den USA rücken die Midterm-Wahlen näher - und das hat auch Auswirkungen auf die Börsen.In seinem aktuellen “U.S. Weekly Kickstart”-Bericht stellt die US-Bank Goldman Sachs fest, dass die politische Unsicherheit in den Monaten vor den Midterm-Wahlen historisch immer gestiegen ist – und eine höhere Börsenvolatilität damit einherging.
Seit 1974 erzielte der S&P 500 demnach zwischen Anfang August und dem Wahltag in Midterm-Jahren eine mediane Rendite von rund null Prozent, ehe er in den darauffolgenden drei Monaten im Median um sechs Prozent zulegte.
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Goldman Sachs: Vor den Midterms könnte es einen Dämpfer an der Börse geben
Zudem zeigt die Analyse, dass Investoren traditionell defensiver werden, bevor die Midterms stattfinden: US-amerikanische Investmentfonds erhöhten in den drei Monaten vor Wahlen regelmäßig ihre Kassenbestände, um anschließend wieder zu investieren. Auch ausländische Anleger tendierten dazu, ihr US-Aktienengagement vor Wahlen zu reduzieren – und nach Bekanntwerden der Ergebnisse wieder aufzubauen.
Zusätzlichen Druck erzeugen die Zinsen: Reale zehnjährige Treasury-Renditen erreichten den höchsten Stand seit 2023. Ein weiterer Anstieg um rund 50 Basispunkte innerhalb eines Monats wäre historisch gesehen ein ernstes Warnsignal für Aktien.
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Entwarnung für die Zeit nach den Wahlen - Ergebnis schon eingepreist?
Das Wahlergebnis selbst dürfte die Märkte laut der US-Bank kaum erschüttern – Prognosemärkte sehen eine 85-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus, was weitgehend eingepreist scheint. Deshalb bleibt Goldman Sachs auch langfristig optimistisch: Der S&P 500 soll 2026 auf 8.000, in zwölf Monaten auf 8.300 Punkte steigen – bei einem Gewinn je Aktie von 340 Dollar (2026) bzw. 385 Dollar (2027).
Ähnlich sieht man das auch bei der HSBC. Dort warnt man davor, dass die zunehmende Unsicherheit vor den Midterms auf eine sehr optimistische Positionierung der Anleger und nachlassende Fiskalimpulse in den USA trifft. Max Kettner, Chefstratege für Multi-Asset-Anlagen bei HSBC, hält deshalb in einem Interview mit “Bloomberg Television” eine Korrektur im S&P 500 von fünf bis zehn Prozent vor den Midterms für durchaus realistisch. “Nach der Berichtssaison – also in etwa einem bis anderthalb Monaten – ist es wahrscheinlich an der Zeit, den Fuß etwas vom Gas zu nehmen“, erklärt er dazu. Aber einen neuen Bärenmarkt sieht er dennoch nicht kommen.
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Häufige Fragen
Was sind Midterm-Wahlen und warum beeinflussen sie die Börse?
Midterm-Wahlen finden in den USA alle zwei Jahre in der Mitte einer Präsidentschaftsamtszeit statt. Da dabei das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt werden, können sich die Machtverhältnisse im Kongress verschieben – mit Folgen für Gesetzgebung, Steuerpolitik und Regulierung. Diese politische Unsicherheit führt erfahrungsgemäß zu erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten.
Wie entwickelt sich der S&P 500 in Midterm-Jahren historisch?
Seit 1974 erzielte der S&P 500 zwischen Anfang August und dem Wahltag in Midterm-Jahren im Median eine Rendite von rund null Prozent, berichtet Goldman Sachs. In den drei Monaten nach der Wahl legte der Index im Median dann jedoch um sechs Prozent zu – sobald die politische Unsicherheit wich.
Wo sieht Goldman Sachs den S&P 500 in zwölf Monaten?
Trotz kurzfristiger Turbulenzen bleibt Goldman Sachs langfristig optimistisch: Das Zwölf-Monats-Ziel für den S&P 500 liegt bei 8.300 Punkten, das Jahresendziel 2026 bei 8.000 Punkten. Der Gewinn je Aktie soll 2026 bei 340 Dollar und 2027 bei 385 Dollar liegen.
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