Seit Beginn des Iran-Krieges ist der Goldpreis deutlich gefallen. Die gleichzeitig steigenden Rohölpreise in Verbindung mit dem wachsenden S&P500 bereiten dem größten Vermögensverwalter der Welt nun Kopfzerbrechen. Sind klassische Diversifikationsstrategien nur eine Illusion?
Geopolitische Krisen sorgen nicht selten für eine unvorhersehbare Marktdynamik. Um sich zu schützen, nutzen viele Anleger daher eine Diversifikationsstrategie in ihrem Portfolio, in dem vermeintlich sichere Werte ein Polster bilden. Doch genau hier sollte laut eines aktuellen Berichts des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock jetzt Vorsicht geboten sein.
Rohölpreis explodiert und Gold sinkt
Der Iran-Krieg hat die Märkte in eine völlig neue Dynamik gebracht. Die Blockierung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt ließ den Rohölpreis in die Höhe schnellen, und auch jetzt befindet er sich mit 97,55 US-Dollar pro Barrel Brent (Stand: 27. Mai 2026, 10:03 Uhr) auf einem absurd hohen Niveau - zumindest im direkten Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig konnte der S&P 500 seit Beginn der Krise um rund 8 Prozent und die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen um 60 Basispunkte zulegen.
Was eigentlich nach einem Gewinn für diese Anlagen gilt, ist für eine der beliebtesten sicheren Anlagen ein großes Problem. Kurz nach Beginn des Krieges, am 02. März, verzeichnete Gold noch einen Preis von 5.311,60 US-Dollar pro Feinunze. Aktuell ist der Preis um mehr als 15 Prozent auf 4.478,90 US-Dollar pro Feinunze gefallen. Ein solcher Verlust ist in der Regel nichts Schlimmes. Geht es sich jedoch um eine Rohstoff-Anlage, die in Krisenzeiten Schutz bieten soll, sollten Anleger sich eventuell nach einer Alternative umschauen.
Sichere Häfen im Portfolio
Im "Stabile Werte"-Index von BÖRSE ONLINE finden Anleger 18 Aktien, die sich von geopolitischen Spannungen weitestgehend unbeeindruckt zeigen. Perfekt für alle, die in sichere Häfen investieren möchten.
Alternative Anlagen als Lösung
Ein Ende des Krieges zeichnet sich weiterhin nicht ab. Obwohl der Rohöl-Preis in den vergangenen Tagen etwas abflachte, zeigen sich die Märkte weiterhin unerbittlich. „Die traditionelle Portfoliodiversifizierung ist heute herausgefordert, was die Notwendigkeit breiterer Diversifizierungsquellen unterstreicht“, sagte Blackrock in seiner Analyse. Anleger sollen über konventionelle Diversifikationen hinausblicken; sie sollen sich also von der Scheinsicherheit von Gold lösen.
Als Alternative sieht das Investmenthaus für Anlagestrategien von fünf Jahren oder länger Hedgefonds oder Private Markets. Der Grund liegt in der Verteilung der Verantwortlichkeiten. Statt einer Abhängigkeit von globalen Ereignissen, wie der Blockierung wichtiger Handelsrouten, hängen diese stärker von den Fähigkeiten einzelner Manager ab, die solche alternative Anlagen managen. Trotz dieser Herausforderung bleibt BlackRock risikofreudig. Vor allem die starken Unternehmensgewinne und der KI-Boom sind als nicht zu unterschätzende Faktoren in der aktuellen Marktdynamik zu nennen.
Bleibt die geopolitische Situation weiterhin angespannt, ist nicht abzusehen, wohin sich der Goldpreis noch bewegt. Aktuell zeichnet sich zudem ein Rücksetzer des Rohölpreises ab, durch den auch andere Industrien wieder erstarken können. Gleichzeitig treiben aktuelle KI-Profiteure, wie Nvidia oder Micron, die Börsen dieser Welt auf immer neue Rekordwerte. Vor allem risikofreudige Anleger sollten sich also genau überlegen, ob Blackrock hier lediglich Schwarzmalerei betreibt oder es doch Zeit ist, die Diversifikationsstrategie etwas zu überdenken. Zudem wichtig: Natürlich möchte der weltweit größte Vermögensverwalter seine Produkte im Bereich Hedgefonds oder Private Markets verkaufen.
Jetzt das Risiko eingehen
Wer risikoreich anlegt, setzt in der Regel auf Werte, die einen hohen Gewinn ermöglichen. Drei solcher Aktien, mit einem Gewinnpotenzial von bis zu 270 Prozent, finden Anleger jetzt im Aktien-Report "Kurz vor der Kursexplosion".
FAQ
Warum spricht BlackRock von einer „Diversifikationsillusion“?
Weil klassische Absicherungen wie Gold und Anleihen in der aktuellen Marktphase keinen verlässlichen Schutz bieten.
Welche Alternativen empfiehlt BlackRock?
BlackRock nennt vor allem Hedgefonds und Private Markets für längere Anlagehorizonte.
Warum fällt Gold trotz geopolitischer Unsicherheit?
Weil es derzeit unter anderem unter überfüllten Positionierungen und der veränderten Marktdynamik leidet.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.