Starinvestor Ray Dalio warnt, dass ein Investment Ihr Vermögen schleichend vernichten wird. Er rät Anlegern zu einer anderen Strategie.
Die Deutschen horten Bargeld wie kaum ein anderes Volk der westlichen Welt. Laut Bundesbank lagerten Ende 2024 rund 395 Milliarden Euro in privaten Haushalten – in Schubladen, Tresoren und unter Matratzen. Das sind knapp 30 Milliarden mehr als noch im Frühjahr 2022 und sogar 300 Milliarden mehr als zu Beginn der Corona-Pandemie. Rund 42 Prozent aller in Deutschland umlaufenden Banknoten werden laut Bundesbank zur reinen „Wertaufbewahrung" gehalten – fast zweieinhalb Mal so viel wie noch 2013.
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Ray Dalio warnt: Bargeld ist das schlechteste Investment
Ray Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates und einer der erfolgreichsten Vermögensverwalter der Geschichte, würden diese Zahlen wahrscheinlich entsetzen. Der Star-Investor bezeichnete Bargeld in einem Auftritt beim Podcast "The Diary of a CEO" als die "schlechteste langfristige Geldanlage".
"Die Menschen glauben, das sei das Sicherste. Aber das stimmt nicht", sagte Dalio. „Es ist das schlechteste Investment über einen langen Zeitraum – weil die Inflation es aufzehrt." Dabei spricht Dalio nicht nur von Scheinen im Portemonnaie. Sein Urteil gilt für alle kurzfristigen, zinsbringenden Anlageformen: Tagesgeldkonten, Geldmarktfonds, Festgeld – all das fällt für ihn in die Kategorie "Cash". Zwar sei es besser, Zinsen zu verdienen als gar nichts, aber eben auch nicht genug.
Podcast-Host Steven Bartlett warf daraufhin ein, dass viele Menschen Bargeld halten würden, weil es sich sicherer anfühle. Dalio erklärt dazu: „Das stimmt. Und ich sage: Es ist nicht sicherer – wegen der Inflation."
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Rechenbeispiel zeigt, wie viel Geld man durch Inflation verliert
Ihm geht es um die Kaufkraft – also darum, wie viel man sich tatsächlich für sein Geld kaufen kann. Dalio erklärte, dass er bei einem angenommenen Zinssatz von null „in Höhe der Inflationsrate verliere", die er auf 3,5 bis 4 Prozent schätzt. Selbst mit Zinsen hinke man der Teuerung oft hinterher. Das Ergebnis: ein real schrumpfendes Vermögen – Monat für Monat, Jahr für Jahr. „Cash hat die niedrigste Rendite und ist nahezu garantiert die schlechteste Anlage über einen längeren Zeitraum", so Dalio.
Die Zahlen geben ihm recht: Durch die Inflation verliert jeder gehortete Euro an Kaufkraft - und das akkumuliert sich über die Jahre hinweg. In den Jahren 2021 bis 2023 erlebte Deutschland die heftigste Teuerungswelle seit Jahrzehnten – die Inflationsrate kletterte zeitweise auf über 8 Prozent. 2024 lag sie laut Statistischem Bundesamt zwar „nur" noch bei 2,2 Prozent, die kumulierte Wirkung der Vorjahre war jedoch verheerend: Der Warenkorb kostete 2024 knapp 20 Prozent mehr als noch vier Jahre zuvor. Im Juli 2026 liegt die Inflationsrate bei 2,8 Prozent.
Ein einfaches Rechenbeispiel macht den Schaden greifbar: Wer im Jahr 2005 einen Betrag von 1.000 Euro auf einem unverzinsten Konto geparkt hätte, müsste heute knapp 1.527 Euro aufwenden, um die gleiche Kaufkraft zu besitzen. Anders gesagt: Die 1.000 Euro von vor etwa 20 Jahren sind heute real nur noch rund 655 Euro wert – ein Verlust von mehr als einem Drittel, ohne einen einzigen schlechten Börsentag erlebt zu haben.
Wenn Sie Ihre 1.000 Euro im Jahr 2005 stattdessen in den US-Aktienindex S&P 500 angelegt hätten, wäre Ihr Geld heute – je nach Berücksichtigung von Dividenden und dem Wechselkurs – zwischen 6.100 Euro und rund 9.400 Euro wert. Natürlich hätte man aber in Zeiten von Kursverlusten viel weniger Geld – was ist also mit dem Faktor Sicherheit?
Gold als Gegenpol: Das empfiehlt Dalio
Dalio empfahl in einem früheren Interview als sicherere Anlage Gold. Das Edelmetall ist an keine Währung, keine Volkswirtschaft und keine Zentralbankpolitik gebunden. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Turbulenzen – und davon gab es in den vergangenen Jahren mehr als genug – gilt es als klassischer sicherer Hafen, in den Anleger flüchten und der dadurch im Wert steigt.
„Die Menschen haben typischerweise keinen ausreichenden Goldanteil in ihrem Portfolio", erklärte Dalio gegenüber CNBC. „Wenn schlechte Zeiten kommen, ist Gold ein sehr wirksamer Diversifikator."
Die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen fünf Jahren hat Gold rund 126 Prozent zugelegt – während die Inflation gleichzeitig an der Kaufkraft von Sparern nagte. Wer auf Sicherheit setzte und alles in Cash ließ, sah sein Vermögen real schrumpfen. Wer Gold beimischte, wurde dagegen komfortabel entschädigt.
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Häufige Fragen
Warum ist Bargeld laut Ray Dalio die schlechteste Geldanlage?
Ray Dalio argumentiert, dass Bargeld und kurzfristige Zinsanlagen wie Tagesgeld oder Geldmarktfonds langfristig die niedrigste Rendite aller Anlageklassen erzielen. Die Inflation frisst die Kaufkraft schleichend auf – selbst wenn Zinsen gezahlt werden, reichen diese oft nicht aus, um die Teuerung auszugleichen. Über viele Jahre entsteht so ein erheblicher realer Vermögensverlust.
Wie viel Kaufkraft hat der Euro in den letzten 20 Jahren verloren?
Wer im Jahr 2005 einen Betrag von 1.000 Euro auf einem nicht verzinsten Konto ließ, verfügt heute real nur noch über eine Kaufkraft von rund 655 Euro. Die kumulierte Inflation seit 2005 hat den Wert des Euro um mehr als ein Drittel gemindert. Besonders gravierend war der Kaufkraftverlust in den Jahren 2021 bis 2023, als die Inflationsrate in Deutschland zeitweise über 8 Prozent lag.
Was empfiehlt Ray Dalio statt Bargeld?
Dalio empfiehlt unter anderem Gold als wichtigen Bestandteil eines resilienten Portfolios. Gold ist nicht an einzelne Währungen oder Volkswirtschaften gebunden und dient als Schutz vor Inflation sowie geopolitischen Risiken. In den vergangenen fünf Jahren legte Gold rund 126 Prozent zu. Dalio betont, dass die meisten Anleger zu wenig Gold in ihrem Portfolio halten.
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