Der Goldpreis meldet sich eindrucksvoll zurück. Nach der schwierigen Entwicklung der vergangenen Monate hat das Edelmetall zuletzt deutlich an Momentum gewonnen und wichtige charttechnische Hürden überwunden. Nun rückt ein Datum besonders in den Fokus. 

Unterstützt wurde die Erholung durch nachlassende Zinssorgen, rückläufige Anleiherenditen und einen schwächeren Dollar. Ob daraus tatsächlich eine nachhaltige Trendwende wird, dürfte sich allerdings erst in einigen Wochen entscheiden: am 16. September 2026. An diesem Tag gibt nämlich die US-Notenbank Fed ihre nächste Zinsentscheidung bekannt.

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Goldpreis überwindet wichtige Durchschnittslinien

Ein wichtiges Argument für ein mögliches Comeback liefert mittlerweile die Charttechnik. Obwohl Gold in den vergangenen Monaten erheblich unter Druck geraten war, erwies sich die Marke von 4.000 Dollar als relativ robust. Rücksetzer darunter erwiesen sich bislang als temporär. Mittlerweile hat sich der Goldpreis wieder deutlich von dieser psychologisch wichtigen Schwelle entfernt.

Besonders interessant ist die Entwicklung der gleitenden Durchschnittslinien. Im Zuge des jüngsten Rebounds gelang Gold der Sprung über die 50-Tage-Linie und anschließend auch über die mittelfristig ausgerichtete 100-Tage-Linie. Solche Durchschnittswerte glätten die täglichen Kursschwankungen und helfen Anlegern dabei, Trends besser zu erkennen. Notiert ein Kurs oberhalb dieser Linien, wird dies häufig als positives technisches Signal gewertet.

Noch wichtiger: Sowohl die 50- als auch die 100-Tage-Linie beginnen mittlerweile wieder nach oben zu drehen. Damit verbessert sich das Chartbild zusätzlich. Eine steigende Durchschnittslinie zeigt an, dass sich die jüngere Kursentwicklung gegenüber früheren Notierungen verbessert hat. Nach der monatelangen Bodenbildungsphase verdichten sich damit die Hinweise auf einen möglicherweise nachhaltigen Trendwechsel. Auch der Ausbruch über den hartnäckigen Widerstandsbereich um 4.200 Dollar passt in dieses Bild. Mehrere Erholungsversuche waren dort zuvor gescheitert. 

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Fed-Entscheidung am 16. September wird zum Härtetest

Mindestens ebenso wichtig wie die Charttechnik bleibt aber die US-Geldpolitik. Noch zu Jahresbeginn hatten die Finanzmärkte mit mehreren Zinssenkungen der Fed gerechnet. Mit dem Iran-Krieg, steigenden Energiepreisen und wachsenden Inflationsrisiken änderte sich das Bild jedoch grundlegend. Zeitweise wurden für 2026 sogar mehrere Zinserhöhungen diskutiert.

Mittlerweile hat dieser Belastungsfaktor etwas an Schrecken verloren. Schwächere US-Arbeitsmarktdaten haben die Erwartungen erneut verschoben. Der Markt sieht für September derzeit keinen eindeutigen Favoriten mehr: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung und die Chance unveränderter Leitzinsen bewegen sich ungefähr auf Augenhöhe. Damit könnte die Fed-Sitzung vom 15. und 16. September zu einer entscheidenden Wegmarke für den Goldpreis werden. 

Bleibt die von Teilen des Marktes erwartete Zinserhöhung aus, könnte ein wesentlicher Bremsklotz für Gold wegfallen. Höhere Zinsen belasten das Edelmetall, weil sie verzinsliche Anlagen attraktiver machen und damit die Opportunitätskosten des Goldbesitzes erhöhen. Eine unveränderte Geldpolitik könnte dagegen Renditen und Dollar unter Druck setzen und dem Goldpreis zusätzlichen Rückenwind verschaffen.

200-Tage-Linie könnte starkes Kaufsignal liefern

Charttechnisch wartet allerdings noch eine besonders wichtige Bewährungsprobe: die 200-Tage-Linie. Sie gehört zu den am stärksten beachteten Trendindikatoren. Gelingt es Gold, auch diese langfristige Durchschnittslinie nach oben zu durchbrechen, würde sich das technische Gesamtbild erheblich verbessern. Ein solcher Ausbruch könnte zusätzliche chartinduzierte Käufe auslösen, weil zahlreiche institutionelle Anleger und Handelssysteme die 200-Tage-Linie bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

Fazit: Fundamental spricht ohnehin weiterhin einiges für das Edelmetall. Hohe Staatsschulden, geopolitische Risiken, die Diversifikation der Währungsreserven und anhaltende Goldkäufe vieler Zentralbanken bleiben langfristige Stützen. Ob aus dem aktuellen Rebound tatsächlich das große Gold-Comeback wird, dürfte daher weniger an fehlenden fundamentalen Argumenten liegen. Kurzfristig könnte vielmehr die Fed entscheiden, ob aus dem zurückgekehrten Momentum ein dauerhafter Aufwärtstrend entsteht.

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