Der Goldpreis hat im August kräftig zugelegt und zeitweise den höchsten Stand seit mehreren Monaten erreicht. Nun sorgt eine außergewöhnlich große Transaktion mit Optionen auf den weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares für Aufmerksamkeit. Den der Tarder stellt damit quasi gegen den Markt.

Die Transaktion fand am Montag, dem 24. August, kurz nach Handelsbeginn in New York statt. Nach Angaben von CNBC verkaufte ein bislang nicht identifizierter Marktteilnehmer fast 116.000 Call-Optionen auf den SPDR Gold Shares mit einem Ausübungspreis von 420 Dollar und Laufzeit bis zum 18. September. Dafür nahm er Optionsprämien von insgesamt rund 202 Millionen Dollar ein.

Strategie profitiert von Seitwärts- bzw. fallendem Kurs

Gleichzeitig kaufte der Investor nahezu die gleiche Anzahl an Call-Optionen mit identischem Verfallstermin, aber einem höheren Ausübungspreis von 430 Dollar. Dafür wurden rund 144 Millionen Dollar gezahlt. Unter dem Strich entstand somit ein Nettoerlös von etwa 58 Millionen Dollar. CNBC bezeichnete die Transaktion als größten Options-Trade des gesamten Marktes an diesem Tag.

Die Dimension ist bemerkenswert. Ein Optionskontrakt auf den ETF bezieht sich üblicherweise auf 100 Anteile. Die knapp 116.000 Kontrakte repräsentieren damit rechnerisch 11,6 Millionen Papiere. Bei einem ETF-Kurs von rund 427 Dollar entspricht dies einem zugrunde liegenden Nominalwert von fast fünf Milliarden Dollar. Das bedeutet allerdings nicht, dass tatsächlich fünf Milliarden Dollar investiert wurden. Entscheidend sind vielmehr die gezahlten und vereinnahmten Optionsprämien.

Bei der gewählten Konstruktion handelt es sich vereinfacht um einen sogenannten Bear Call Spread. Durch den Verkauf der 420er Calls und den gleichzeitigen Kauf der 430er Calls wird das Risiko eines weiteren starken Kursanstiegs begrenzt. Weil die verkauften Optionen beim Abschluss bereits im Geld lagen, ergibt sich laut CNBC zum Verfallstermin ein Break-even-Niveau von ungefähr 425 Dollar. GLD notierte zum Zeitpunkt der Analyse bei etwa 427 Dollar.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Signalisiert der Mega-Trade einen Rückschlag beim Goldpreis?

Isoliert betrachtet lässt sich die Position als kurzfristig vorsichtige bis leicht negative Einschätzung interpretieren. Bleibt der ETF bis zum Verfall unterhalb des Break-even-Niveaus, entwickelt sich die Strategie zugunsten des Investors. Nach dem kräftigen Goldpreisanstieg der vergangenen Wochen würde dafür bereits eine vergleichsweise kleine Gegenbewegung ausreichen.

Das Timing macht den Trade besonders interessant. Gold hatte im August bis zum Zeitpunkt der Transaktion rund 15 Prozent gewonnen und war damit auf dem Weg zum stärksten Monat seit 2008. Nach einer derart dynamischen Bewegung steigt erfahrungsgemäß die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen und technischen Gegenbewegungen. Nigam Arora, Gründer des Arora Report, hält einen kurzfristigen Rücksetzer deshalb für wahrscheinlich. Nach seinen Beobachtungen waren momentumgetriebene Kapitalströme zwar weiterhin positiv, während sich von ihm als „Smart Money“ klassifizierte Geldströme bereits abgeschwächt hatten.

Dennoch wäre es voreilig, aus einer einzelnen Optionsposition eine Trendwende beim Goldpreis abzuleiten. Nicht bekannt ist, wer den Trade abgeschlossen hat. Noch wichtiger: Außenstehende wissen nicht, welche weiteren Positionen dieser Marktteilnehmer hält. Die Optionsstrategie könnte beispielsweise der Absicherung eines umfangreichen Goldbestands dienen oder Bestandteil einer komplexeren Handelsstrategie sein. Dann wäre ihre Aussagekraft für die grundsätzliche Markterwartung erheblich geringer.

Gold-Rally: Kurzfristiges Warnsignal statt Trendwende

Auch an den fundamentalen Rahmenbedingungen ändert der Mega-Trade zunächst wenig. Sorgen über die hohe US-Staatsverschuldung und die langfristige Schuldentragfähigkeit, die jüngsten Turbulenzen am Anleihemarkt sowie die Nachfrage nach Vermögenswerten ohne Kontrahentenrisiko haben Gold zuletzt unterstützt. Ein kurzfristiger Rücksetzer wäre daher nicht automatisch gleichbedeutend mit dem Ende des übergeordneten Aufwärtstrends.

Fazit: Für Anleger liefert die ungewöhnlich große Optionsposition dennoch ein interessantes Signal. Nach dem rasanten August-Anstieg scheinen zumindest einzelne große Marktteilnehmer nicht davon auszugehen, dass sich die Rally kurzfristig ungebremst fortsetzt. Der Trade spricht damit eher für eine mögliche Verschnaufpause als für einen grundsätzlichen Stimmungsumschwung. Entscheidend wird sein, ob Gold nach einer möglichen Konsolidierung weiterhin auf genügend Nachfrage trifft, um das erreichte höhere Kursniveau zu verteidigen.

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