Gold und Silber haben zuletzt wieder deutlich Fahrt aufgenommen. Wer an deren Performance überproportional teilhaben möchte, blickt oft auf Minenbetreiber, deren Gewinne bei steigenden Metallpreisen häufig stärker zulegen als der Rohstoffpreis selbst.
Der direkte Kauf einzelner Minenaktien birgt jedoch erhebliche Risiken. Bergbauunternehmen hängen von Faktoren ab, die Privatanleger kaum einschätzen können: Minenunfälle, schwankende Förderkosten, geologische Unsicherheiten, politische Risiken in oft instabilen Abbauländern sowie hohe Verschuldung durch kapitalintensive Projekte. Fällt eine Produktionsstätte aus oder verzögert sich ein Projekt, kann der Kurs einer einzelnen Aktie unabhängig vom Goldpreis stark einbrechen. Hinzu kommt der Hebeleffekt: Da die Förderkosten weitgehend fix sind, wirken sich Preisschwankungen bei Gold und Silber überproportional auf die Gewinnmargen aus – nach oben wie nach unten.
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Sinnvoller ist es daher meist, auf breit diversifizierte, kostengünstige ETFs mit physischer Replikation zu setzen, statt auf einzelne Bergbauwerte. Ein ETF bündelt dutzende bis hunderte Minenunternehmen aus verschiedenen Ländern und Größenklassen und reduziert so das unternehmensspezifische Risiko deutlich. Physisch replizierende Produkte kaufen die zugrunde liegenden Aktien tatsächlich, was gegenüber synthetischen Konstruktionen mehr Transparenz schafft und das Kontrahentenrisiko senkt. Entscheidend bleiben dabei niedrige laufende Kosten, da die Gebühr die Rendite über lange Anlagezeiträume signifikant schmälern kann.
Wie Seeking Alpha seine Top-Five ermittelt
Das Finanzportal Seeking Alpha hat kürzlich fünf Minen-ETFs vorgestellt, die vom hauseigenen Quant-Bewertungssystem jeweils mit „Strong Buy“ eingestuft werden. Als Kaufargumente für Edelmetallminen nennt der Autor mehrere Faktoren: Ankündigungen des US-Finanzministeriums zu Anleiherückkäufen hätten den Dollar geschwächt und Gold gestützt, der Goldpreis liege über seinem 200-Tage-Durchschnitt und Silber profitiere zusätzlich von steigender industrieller Nachfrage im Zuge der Digitalisierung. Auch strukturelle Trends wie anhaltende Notenbankkäufe und die Diversifikation weg vom Dollar würden die Edelmetallpreise langfristig stützen.
Für die Auswahl griff der Autor auf den Seeking-Alpha-ETF-Screener zurück, filterte nach der Anlageklasse „Gold & Precious Metals“ und sortierte nach dem höchsten Quant-Rating. Dieses System fasst fünf Einzelfaktoren zusammen: Momentum, laufende Kosten, Dividenden, Risiko und Liquidität. Die fünf bestplatzierten Fonds decken unterschiedliche Strategien ab – von etablierten, großkapitalisierten Goldförderern über kleinere „Junior“-Miner bis hin zu einem reinen Silberminen-ETF.
Die fünf Strong-Buy-ETFs im Überblick
• iShares MSCI Global Gold Miners ETF (RING) – ISIN US46434G8556, AUM rund 2,0 Mrd. Dollar, TER 0,39 %. Große, etablierte Goldförderer.
• VanEck Gold Miners ETF (GDX) – ISIN US92189F1066, Marktwert rund 23 Mrd. Dollar, TER 0,51 %. Größter und liquidester Fonds der Kategorie, breiter gestreut bis in mittlere Marktkapitalisierungen.
• VanEck Junior Gold Miners ETF (GDXJ) – ISIN US92189F7915, Marktwert rund 7 Mrd. Dollar, TER 0,52 %. Kleinere, chancenreichere, aber schwankungsanfälligere Minenwerte.
• Sprott Junior Gold Miners ETF (SGDJ) – ISIN US85210B2016, Marktwert rund 270 Mio. Dollar, TER 0,50 %. Faktorbasierter Ansatz mit Fokus auf Umsatzwachstum und Kursmomentum kleinerer Förderer.
• iShares MSCI Global Silver and Metals Miners ETF (SLVP) – ISIN US4642863272, Marktwert rund 775 Mio. Dollar, TER 0,39 %. Einziger reiner Silberminen-ETF im Vergleich, mit zusätzlichem industriellem Nachfragetreiber.
Anmerkung: Wer statt Minenaktien eine direktere, weniger schwankungsanfällige Beteiligung an den Edelmetallpreisen sucht, findet in physisch besicherten Gold- und Silber-ETCs eine Alternative ohne unternehmensspezifisches Risiko und ohne den beschriebenen Hebeleffekt.
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