Steigende Nachfrage nach Kupfer trifft auf knappes Angebot. Wer auf diesen Boom setzen will, findet bei der Latino-Holding eine Aktie mit einem richtig dicken Sicherheitspolster 

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 17. Juni in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 26/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Kupfer ist das Metall der Energiewende. Stromnetze, Windräder, E-Autos, KI-Rechenzentren. Alles braucht Kupfer, und zwar reichlich. Gleichzeitig hapert es beim Nachschub: Minenprojekte verzögern sich, die Erzgehalte in bestehenden Gruben sinken. Mehrere Analysehäuser rechnen für 2026 deshalb mit einem Angebotsdefizit. Das ist Wasser auf die Mühlen der Produzenten.

Kupfer gibt es hier mit Rabatt

Einer der größten und günstigsten der Branche sitzt in Mittelamerika: Grupo México. Das Konglomerat hält fast 89 Prozent an Southern Copper, einem der weltweit führenden Kupferkonzerne mit Minen in Mexiko, Peru und den USA. Dazu kommen das größte Güterbahnnetz Mexikos über die Tochter GMXT sowie Infrastruktur im Energie- und Baubereich. Die Geschäfte laufen. 2025 fuhr Grupo México mit umgerechnet 15,5 Milliarden Euro Umsatz und knapp 8,6 Milliarden Euro operativem Gewinn Rekordwerte ein. Im ersten Quartal 2026 wiederum sprang der Gewinn um 57 Prozent auf ein Rekordhoch von 1,5 Milliarden Euro, getragen von hohen Kupfer-, Silber- und Zinkpreisen. Die Bilanz ist kerngesund, die Nettoverschuldung kaum der Rede wert. 

Noch spannender ist aber die Beteiligung an Southern Copper. Dieses Unternehmen ist selbst an der Börse notiert (A0HG1Y) und bringt aktuell rund 136 Milliarden Euro auf die Waage. Der Anteil von Grupo México daran ist damit allein gut 120 Milliarden Euro wert. Und die gesamte Grupo México? Die kostet an der Börse nur etwa 82 Milliarden Euro. Anders gesagt: Wer heute Grupo México kauft, bezahlt für das große Ganze weniger, als die Kupfer-Beteiligung allein an der Börse wert ist. Das Bahngeschäft und die Infrastruktur, die zusammen locker zweistellige Milliardenbeträge wert sind, gibt es rechnerisch gratis dazu.

Warum dieser Abschlag? Holdings handeln fast immer mit einem Rabatt, weil Anleger lieber direkt das reine Geschäft kaufen, hier also Southern Copper. Dazu kommen spezifische Mexiko-Risiken wie mögliche politische Eingriffe, Konzessionsfragen, Wechselkursschwankungen. Doch der Abschlag ist ungewöhnlich groß. Zählt man alle Teile zusammen und zieht die Schulden ab, käme man auf einen rechnerischen Wert, der deutlich über dem aktuellen Kurs liegt. 

Fazit

 Grupo México ist eine elegante Möglichkeit, am Kupferboom teilzuhaben. Das größte Risiko dabei ist der Kupferpreis selbst. Fällt er, fällt tendenziell auch die Aktie. Die Pro-Argumente wiegen das aber auf — niedrige Förderkosten, sprudelnder Cashflow und gute Dividende. Dazu kommt ein Polster: Durch den Holding-Abschlag zahlt man für den Rohstoffriesen deutlich weniger als für andere Kupferaktien. Wir erhöhen Ziel- und Stoppkurs.

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