Der neue UBS Global Family Office Report 2026 gilt als eine der weltweit wichtigsten Studien über das Anlageverhalten sehr vermögender Familien und wurde Ende Mai veröffentlicht – mit ausgesprochen interessanten Erkenntnissen.

Für die aktuelle Ausgabe befragte die Schweizer Großbank 307 Family Offices aus mehr als 30 Regionen mit einem durchschnittlichen Familienvermögen von rund 2,7 Milliarden Dollar. Auch wenn Privatanleger nicht über vergleichbare Vermögen verfügen, bietet der Report interessante Einblicke. Schließlich beschäftigen sich Family Offices mit denselben Fragen wie viele Anleger: Wie lässt sich Vermögen in einem unsicheren Umfeld schützen, welche Risiken drohen den Kapitalmärkten und welche Anlageklassen könnten künftig an Bedeutung gewinnen?

Besonders auffällig ist eine Zahl: Erstmals seit Beginn der UBS-Erhebung wollen 60 Prozent der befragten Family Offices innerhalb der kommenden zwölf Monate ihre strategische Vermögensaufteilung verändern. Ein derart hoher Wert wurde bislang noch nie gemessen. Hintergrund sind steigende geopolitische Risiken, hohe Staatsschulden sowie die Sorge vor wirtschaftlichen Verwerfungen. Die Vermögensverwalter der Superreichen setzen dabei jedoch nicht auf hektische Umschichtungen, sondern auf eine breitere Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Währungen hinweg.

Mehr Diversifikation statt Aktien-Anleihen-Abhängigkeit

Viele institutionelle Investoren hinterfragen derzeit die klassische Kombination aus Aktien und Anleihen. Über Jahrzehnte galt sie als bewährtes Fundament für langfristigen Vermögensaufbau. In den vergangenen Jahren zeigte sich jedoch immer wieder, dass beide Anlageklassen zeitweise gleichzeitig unter Druck geraten können. Steigende Inflation, höhere Zinsen und geopolitische Spannungen haben die erhofften Diversifikationseffekte teilweise abgeschwächt.

Entsprechend suchen Family Offices nach zusätzlichen Stabilitätsankern. Laut UBS sollen alternative Investments künftig eine größere Rolle spielen. Besonders Infrastrukturinvestitionen stehen hoch im Kurs, während die Immobilienquote tendenziell reduziert werden soll. Zudem planen viele Family Offices eine stärkere geografische Streuung sowie eine Verringerung von Konzentrationsrisiken. Auch die Währungsdiversifikation gewinnt an Bedeutung. So erwarten 65 Prozent der Befragten, dass das Vertrauen in den Reservewährungsstatus des Dollars innerhalb der kommenden zwölf Monate nachlassen könnte.

Die Überlegungen der Family Offices folgen dabei einem zentralen Prinzip: Portfolios sollen robuster gegenüber Krisen werden. Genau an diesem Punkt stellt sich die Frage, welche Rolle Gold künftig spielen könnte.

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Gold (ISIN: XC0009655157)

Gold wird kaum erwähnt – die Argumentation spricht dennoch dafür

Bemerkenswert ist, dass Gold im UBS Global Family Office Report 2026 keine herausragende Rolle spielt. Die Studie hebt insbesondere Infrastrukturinvestitionen, regionale Diversifikation und ausgewählte Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz hervor. Eine ausdrückliche Empfehlung zugunsten von Gold findet sich nicht.

Dennoch könnte die Argumentation vieler Family Offices indirekt für einen höheren Goldanteil sprechen. Schließlich zählt das Edelmetall zu den wenigen Vermögenswerten, die weder von Unternehmensgewinnen noch von der Bonität eines Schuldners abhängig sind. Zudem weist Gold langfristig häufig eine geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen auf und wird deshalb von vielen Investoren als Diversifikationsinstrument genutzt.

Besonders interessant: 2025 lag die Goldquote aller Family Offices bei lediglich zwei Prozent. Diese soll sich in diesem Jahr auf drei Prozent erhöhen. Das klingt nach wenig – und das ist es auch. Im Vergleich zu den Anteilen an Aktien, Anleihen oder Private Equity ist Gold in den meisten Family-Office-Portfolios noch ein sehr kleiner Posten. Der Report selbst beschreibt die Rolle von Gold treffend als klein, aber mit klarem Zweck.

Fazit: Für Privatanleger liefert der UBS-Report daher eine interessante Erkenntnis. Selbst die Vermögensverwalter der reichsten Familien der Welt suchen derzeit verstärkt nach Wegen, ihre Portfolios widerstandsfähiger zu machen. Wer ähnliche Ziele verfolgt, sollte neben Infrastruktur, alternativen Anlagen und einer breiteren internationalen Streuung auch über ein Aufstocken der privaten Goldreserven nachdenken, schließlich verfolgen zahlreiche Notenbanken diese Strategie bereits seit Jahren.

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