(neu: mehr Details, Kursentwicklung, Auswirkungen auf deutsche Werte)
ZÜRICH/FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine von Analysten als recht teuer beschriebene Übernahme in Großbritannien hat die Aktien von ABB
Für die Papiere des Schweizer Technologiekonzerns ging es zuletzt um 3,3 Prozent bergab. Damit bewegten sich die Aktien wieder auf dem Niveau des Juni-Tiefs um 80 Franken. Am deutschen Aktienmarkt ging es daraufhin für Siemens Energy
ABB hatte im zweiten Quartal zwar insbesondere beim Auftragseingang und der Marge die Erwartungen übertroffen, auch der Umsatz legte deutlich zu. Außerdem wurde der Technologiekonzern fürs Gesamtjahr optimistischer.
Allerdings belastete die gleichzeitig angekündigte Übernahme von Rotork in Großbritannien. Einige Analysten bezeichneten sie als teuer. Der Industriekonzern bietet rund 5,5 Milliarden US-Dollar (4,8 Mrd Euro) für den Automatisierungsspezialisten.
Die Experten der ZKB bezeichneten diesen Preis als "stolz". Die starken operativen Margen von Rotork würden die hohe Bewertung aber rechtfertigen. Weiter hob der zuständige Analyst angesichts des Quartalsberichts das starke Wachstum der Aufträgen hervor, das von Rechenzentren getrieben war. Dies zeige, dass der wichtigste Treiber für ABB "auf Hochtouren" laufe. Auch die Bank Vontobel erachtet den Preis für die angestrebte Akquisition als hoch. Aus strategischer Sicht sei der Zukauf aber durchaus sinnvoll.
Die Experten von Bernstein Research führten die Kursverluste ebenfalls auf die "teure" Übernahme zurück. Allerdings hoben sie das dreistellige Auftragswachstum von ABB bei den Rechenzentren sowie die leicht erhöhte Jahresprognose als positiv hervor. "Die Ergebnisse sollten eine weitere Aufwärtskorrektur der Konsensprognosen im tiefen einstelligen Prozentbereich zur Folge haben", so das Fazit.
Rotork soll das Segment rund um die Elektrifizierung von Rechenzentren weiter stärken. Hier macht auch Siemens Energy gute Geschäfte. Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) gerieten nach starkem Lauf jedoch erneut unter Druck. Hierzulande sackten vor allem Chipwerte ab. Siemens Energy verloren jüngst ebenfalls an Boden. Seit Jahresbeginn steht zwar noch ein Kursplus von 24 Prozent zu Buche, vom Ende April erreichten Rekordhoch sind die Aktien allerdings um mehr als ein Fünftel zurückgefallen.
Im Rahmen der anlaufenden Berichtssaison richte sich der Fokus vor allem auf die Investitionspläne im Bereich KI, schrieben die Experten von Index Radar. Microsoft
Quelle: dpa-Afx