(neu: Schlusskurs mit ausgeweiteten Gewinnen, Hoch seit Juli)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein starker Quartalsbericht hat am Mittwoch in einem generell guten Börsenumfeld die Anleger von Heidelberg Materials begeistert. Die Titel des Zementkonzerns setzten sich mit einem Anstieg um 9,6 Prozent auf 171,50 Euro an die Spitze des Dax . Der Dax reagierte mit deutlichen Kursgewinnen darauf, dass die Republikaner um US-Präsident Donald Trump die Zwischenwahlen deutlich verloren haben.

Die Papiere der Heidelberger knüpften mit dem deutlichen Plus an ihren guten Lauf im Oktober an, denn sie erreichten das höchste Niveau seit Juli. Den schwachen September, der mit 137,20 Euro in einem Tief seit April 2025 gemündet hatte, haben die Titel nun also wieder egalisiert. Sie kehrten über die 100-Tage-Durchschnittslinie zurück und näherten sich der 200-Tage-Linie, die bei etwa 174 Euro verläuft.

Das Quartal sei stark verlaufen, schrieb Anthony Codling in einer ersten Einschätzung. Der Umsatz liege um vier Prozent über der durchschnittlichen Markterwartung, angetrieben von der Region Europa. Positiv hätten sich die Preise des Baustoffherstellers entwickelt, schrieb Glynis Johnson von Jefferies. Experte Ben Rada Martin von Goldman Sachs äußerte seine Erwartung steigender Markterwartungen.

Das Unternehmen treibe auch sein Effizienz- und Restrukturierungsprogramm voran und habe das damit verknüpfte finanzielle Ziel erhöht, erwähnte Elodie Rall von JPMorgan positiv. Heidelberg Materials geht davon aus, das Ziel des Ende 2024 begonnenen Sparprogramms von 500 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres zu übertreffen. Der Dax-Konzern will die Bemühungen fortsetzen und bis Ende 2028 weitere 300 Millionen Euro einsparen.

Ephrem Ravi von der Citigroup sieht in der besser werdenden Effizienz des Zementkonzerns einen Punkt, der eine eigentlich von ihm ausgemachte Schwachstelle im dritten Quartal kaschiert. Er erwähnte einen Margenrückgang, der seiner Einschätzung nach eigentlich dazu geeignet gewesen wäre, um die Begeisterung über das starke Abschneiden beim Umsatz und dem operativen Ergebnis zu dämpfen.

Längerfristig steht die Aktie aber weiter schlecht da, denn 2026 hat sie bislang immer noch fast 24 Prozent verloren. Vor allem Anfang des Jahres ging es rasant bergab vom Rekord, der im Januar mit 241,80 Euro aufgestellt worden war. Bis März hatte dann die Debatte über eine Überarbeitung des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) den Aktien in einem starken Abwärtsschwung besonders heftig zugesetzt./tih/mne/jha

Quelle: dpa-Afx