(Neu: Xetra-Kurse, 21-Tage-Linie, mehr UBS-Aussagen, Kurse anderer Sektorwerte)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem Anstieg um fast die Hälfte binnen vier Wochen drohen bei SAP am Mittwoch weitere Gewinnmitnahmen. In den vergangenen beiden Handelstagen hatten die Titel schon etwas nachgegeben, doch nun kam weitere Bewegung in die Korrektur wegen einer aufgegebenen Kaufempfehlung der UBS. Am Vormittag wurden die Titel des Softwareriesen 4,2 Prozent niedriger gehandelt. Mit 177,76 Euro näherten sie sich der 21-Tage-Linie. Der Dax wurde von dem deutschen Schwergewicht gebremst.

Die Sorge, dass KI für gestandene Softwarekonzerne wie SAP zu einer Bedrohung werden könnte, hatte die Aktien bis Juli schwer belastet. Darauf folgte dann zuletzt eine Erholung des Kurses um 48 Prozent, die aber offenbar an ihre Grenzen gekommen ist. Der UBS-Experte Michael Briest schrieb zwar, die Bewertung sei vernünftig, die Anlegerstimmung bleibe allerdings fragil. Er senkte sein Votum auf "Neutral" mit dem Verweis, dass der Aktie unmittelbare Kurstreiber in Verbindung mit der KI fehlten.

Laut Briest liefert SAP immer noch eine Kernarchitektur in Unternehmenssoftware, die Integration agentischer KI verlaufe jedoch schleppend. Dies begrenze nicht nur die Monetarisierung, sondern erhöhe auch das Risiko, dass Unternehmen nach anderen KI-Lösungen suchen. Zudem hält Briest eine Verlangsamung beim Current Cloud Backlog (CCB), also den vertraglich abgesicherten Cloud-Umsätzen, im zweiten Halbjahr für das wahrscheinlichste Szenario.

Briest bevorzugt im Sektor die Aktien von Amadeus IT , die sich am Mittwoch an der Madrider Börse auf Vortagsniveau zeigten und damit etwas besser schlugen als Software-Aktien in der Breite. Unter den deutschen Branchenwerten gaben die Titel von Nemetschek und Teamviewer im Schlepptau von SAP jeweils um etwa zwei Prozent nach. In den USA sanken vorbörslich die Aktien von Salesforce und Adobe um bis zu zwei Prozent./tih/ajx/stk

Quelle: dpa-Afx