FRANKFURT (dpa-AFX) - Vorläufige Quartalszahlen haben die Aktien von Drägerwerk am Donnerstag prozentual zweistellig abstürzen lassen. Abgeschlagen am SDax -Ende verloren die Vorzüge des Anbieters von Medizin- und Sicherheitstechnik gegen Mittag fast 15 Prozent auf knapp unter 100 Euro. Sie fielen damit zurück auf das Niveau von Ende Juli.

Dass die Lübecker ihre Jahresprognose beibehielten, half nicht. Ihre seit Anfang Juli eingefahrenen Kursgewinne haben sie um rund 62 Prozent korrigiert. In der Chart-Analyse spricht man dann von einem sogenannten Fibonacci-Retracement. An diesem Punkt scheinen sie sich nun etwas zu fangen.

Die Drägerwerk-Aktien waren in diesem Jahr schon gut gelaufen und seit Jahresanfang steht trotz der aktuellen Einbußen noch immer ein Plus von 44 Prozent zu Buche. Insofern dürften die Verluste am Donnerstag teils mit Gewinnmitnahmen der Anleger zu erklären sein.

Drägerwerk hatte im dritten Quartal trotz hoher Zollrückerstattungen weniger Gewinn erzielt. Einem geringeren Umsatzwachstum standen überdurchschnittlich gestiegene Kosten gegenüber. Ein Händler monierte, dass der Einmaleffekt aus der Zollrückerstattung das Ergebnis besser aussehen lasse, als es tatsächlich sei. Bereinigt um den Effekt habe das operative Ergebnis deutlich unter den Erwartungen gelegen.

Analyst Harald Hof von MWB Research stellte jedoch klar, dass die Jahresziele von Drägerwerk immer noch in Reichweite seien, auch wenn das operative Ergebnis im dritten Quartal enttäuscht habe und das Unternehmen nun wohl eine strengere Kostenkontrolle brauche. Hof senkte seine Gewinnschätzungen für 2026, ließ seine mittelfristigen Annahmen aber unverändert.

Drägerwerk habe in der Vergangenheit bis zu 60 Prozent des jährlichen operativen Gewinns (Ebit) im Schlussquartal erwirtschaftet, betonte der Experte und zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen die bestätigten Ziele erreichen wird. Das gewinnseitig schwache dritte Quartal sieht er eher als kurzfristigen Rücksetzer und weniger als Zeichen sich fundamental verändernder mittelfristiger Perspektiven./ajx/bek/jha/

Quelle: dpa-Afx