NEW YORK (dpa-AFX) - SpaceX ringt nach einem kräftigen Schub im Zuge des Rekord-Börsengangs mit heftigen Turbulenzen. Am Dienstag rutschten die Aktien des Raumfahrt- und KI-Konzerns von Tesla -Chef Elon Musk im Zuge einer weltweiten Tech-Verkaufswelle vorbörslich zeitweise weiter ab.

Mit einem Kursplus von zuletzt 0,7 Prozent auf 155,60 US-Dollar konnten sie sich nach einer dreitägigen Verlustserie aber zumindest über dem ersten Kurs von 150 Dollar zum Börsengang am 12. Juni behaupten. Gegenüber dem schon damals als ambitioniert geltenden Ausgabepreis von 135 Dollar liegen die Titel noch gut 15 Prozent im Plus.

Die dreitägige Rally hatte SpaceX zum Start einen Aktienkurs von bis zu 225,64 Dollar und einen Börsenwert von knapp drei Billionen Dollar beschert. Damit schaffte es SpaceX in der Rangfolge der weltweit wertvollsten Unternehmen zeitweise bis auf Platz vier - hinter dem KI-Chip-Giganten Nvidia , dem Google -Mutterkonzern Alphabet und dem Tech-Riesen Apple . Doch seitdem ging es ähnlich rasant wieder bergab. Mit einem Börsenwert von zuletzt rund zwei Billionen war der Konzern am Montag auf Rang sieben zurückgefallen.

Nachdem frühe, kritische Stimmen zu SpaceX nach dem fulminanten Börsengang nahezu verstummt waren, melden sich nun Analysten zu Wort. Für Aufmerksamkeit hatte am Donnerstag gesorgt, dass Moody's das Unternehmen mit der Note "BAA1" bewertet hatte. Damit bescheinigte die Ratingagentur dem Unternehme eine im Schnitt gute Bonität.

Am Montag gab SpaceX bekannt, erstmals Anleihen mit Investment-Grade-Rating zu verkaufen. Experten werten dies als einen Schritt im Rahmen einer voraussichtlich massiven Kreditaufnahme zur Finanzierung der Ambitionen im Bereich Künstliche Intelligenz. Im Gespräch sind damit angestrebte Erlöse von 20 Milliarden Dollar. Einnahmen durch die Ausgabe von Investment-Grade-Anleihen waren bislang etablierten und profitablen Firmen vorbehalten. SpaceX schreibt hingegen hohe Verluste, woran sich nach Einschätzung von Moody's-Konkurrent S&P Global Ratings auch bis zum Jahr 2029 nichts ändern wird.

Unter den Aktien-Experten empfahl mit KeyBanc Capital Markets am Montag erstmals ein Analysehaus, die SpaceX-Aktien nicht zu kaufen, sondern zunächst an der Seitenlinie zu verharren. Experte Michael Leshock schrieb, dass SpaceX zwar wohl weiterhin führend im Bereich der Weltraumstarts und in angrenzenden Branchen bleiben werde, ein Großteil des langfristigen Werts jedoch bereits im Aktienkurs berücksichtigt sei./gl/edh/jha/

Quelle: dpa-Afx