FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor der Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh auf der Tagung in Jackson Hole zieht der Dax am Freitag in Richtung Rekordhoch. Gegen Mittag fehlten dem deutschen Leitindex beim Stand von 26.522 Punkten und einem Plus von 0,59 Prozent etwas mehr als 50 Zähler bis zum Höchststand.

Der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen legte um 0,53 Prozent auf 33.121 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,7 Prozent.

Die Zahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia oder Salesforce hatten am Vortag schon die Märkte angetrieben. Auch der sinkende Ölpreis verhilft den Aktienkursen weiter nach oben.

Die Augen der Anleger sind nun auf Kevin Warsh gerichtet, der am Nachmittag (16 Uhr MESZ) auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming sprechen wird. Warsh könne das Problem steigender US-Renditen nicht wegreden, schrieb Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management. Es dürfte für ihn schwierig werden, die langfristigen Renditen allein mit einer Rede nachhaltig nach unten zu bewegen.

Zyklische Auto- und Chemiewerte waren vor dem Wochenende gefragt. Im Dax gewannen die Anteile von BMW 1,6 Prozent und profitierten von einer positiveren Haltung der Citigroup. Den ersten Platz hatten die Papiere des Versorgers RWE inne mit plus 2,6 Prozent. Im MDax spiegelte sich die Sektorenpräferenz mit kräftigen Kursgewinnen für Lanxess und Aumovio wider.

Weiter auf Rallykurs befinden sich die Aktien von Deutz , die am Freitag auf den höchsten Stand seit 1998 kletterten und zuletzt um 2,5 Prozent anzogen. Die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) ist für den Kölner Motorenbauer, der sich damit stärker im Rüstungsgeschäft engagiert, derzeit der stärkste Treiber.

Die Papiere von Traton gaben indes um 0,5 Prozent nach, dämmten das anfangs noch höhere Minus damit aber recht deutlich ein. Die Schweizer Bank UBS hatte die Titel des Nutzfahrzeugherstellers nach starkem Lauf von "Buy" auf "Neutral" abgestuft./ajx/stk

Quelle: dpa-Afx