FRANKFURT (dpa-AFX) - Abstufungen für Munich Re
Die Rückversicherer hätten mit Blick auf die Eigenkapitalrenditen die stärkste Phase der vergangenen dreißig Jahre erlebt, schrieb JPMorgan-Analyst Kamran Hossain. Der weitere Weg werde schwieriger. Er rechnet in der Erneuerungsrunde 2027 mit weiterem Preisdruck. Nach ihrem starken Lauf erscheine die Gesamtrendite der Rückversicherer zudem nicht mehr sonderlich attraktiv im Vergleich zu den Erstversicherern.
Hannover Rück sieht der Experte besonders kritisch und sprach von einer überzogenen Bewertung - also stufte er die Aktien von "Neutral" auf "Underweight" ab, behielt das Kursziel von 270 Euro aber bei. Tags zuvor hatte ein überraschendes Gewinnplus des Schweizer Konkurrenten Swiss Re
Die Bewertung von Munich Re hält Hossain dagegen für angemessen, er stufte die Papiere daher von "Overweight" auf "Neutral" ab und beließ sein Kursziel bei 590 Euro. Am Freitag verloren die Aktien 3,9 Prozent auf 571,40 Euro. Auch die Münchener bekamen am Vortag Rückenwind durch Swiss Re und näherten sich ihrem Allzeithoch. Für die Schweizer behielt der JPMorgan-Analyst derweil sein "Underweight"-Votum bei, die Aktien verloren in Zürich zuletzt 3,9 Prozent.
Im bisherigen Jahresverlauf legte der Swiss-Re-Kurs um gut 15 Prozent zu und damit mehr als die Papiere der deutschen Konkurrenten Hannover Rück mit plus 11 Prozent und Munich Re mit rund 2 Prozent. Die Schweizer sind gemessen am Börsenwert von umgerechnet knapp 50 Milliarden Euro die Nummer zwei der großen europäischen Rückversicherer vor Hannover Rück (36 Mrd.), aber hinter der Munich Re (75 Mrd.)./niw/ajx/stk
Quelle: dpa-Afx