FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine optimistische Haltung der Bank JPMorgan zur europäischen Reifenbranche hat die Aktienkurse der Hersteller am Donnerstag ins Rollen gebracht. In Frankfurt gewannen Continental 1,9 Prozent, nachdem Analyst Jose Asumendi die Empfehlung "Übergewichten" bekräftigt hatte. In Paris verteuerten sich Michelin zeitweise gar 2,5 Prozent. Hier hatte der Experte von "Neutral" auf "Overweight" einen Gang höher geschaltet.

Die Nachfrage nach Pkw-Ersatzreifen sei in China seit Jahresbeginn um neun Prozent gestiegen, schrieb Asumendi. Gleiches gelte für die Nachfrage nach Ersatzreifen im Lkw-Segment in Europa. Hier habe zudem die Nachfrage nach Allwetterreifen im zweiten Quartal sogar um "robuste 15 Prozent" zugelegt.

Zu schaffen machten der Branche hohe Rohstoffpreise und eine hartnäckige Inflation. Allerdings zeichne sich Besserung ab, "vor allem bei Öl-basierten Derivaten, synthetischem Kautschuk und natürlichem Kautschuk", so der Analyst.

Wirkung zeigten auch die seit Anfang Juli geltenden Einfuhrzölle auf Reifen aus China. Habe der Anteil der Importe aus China in der EU im vergangenen Jahr noch bei 70 Prozent gelegen, so seien es mittlerweile 42 Prozent.

Mit Blick auf die einzelnen Produzenten lobte Asumendi bei Continental eine solide Profitabilität, eine preislich vorteilhafte Produktpalette sowie sich verbessernde Wechselkurse. Michelin hingegen profitiere vom Lkw-Ersatzreifengeschäft, vom wachsenden Segment mit neuartigen Materialien sowie von einer zunehmenden Tendenz zu profitableren Premiumprodukten.

Klar übertroffen wurden die Kursgewinne von Continental und Michelin derweil von Nokian Renkaat . Asumendi gab seine Skepsis für die Papiere des finnischen Reifenfabrikanten auf. Das verschaffte den Aktien an der Börse in Helsinki ein Kursplus von bis zu sechseinhalb Prozent und den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren./bek/ag/jha/

Quelle: dpa-Afx