^ Original-Research: LPKF Laser & Electronics SE - von Montega AG
30.10.2026 / 13:32 CET/CEST Veröffentlichung einer Research, übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group. Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw. Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.
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Einstufung von Montega AG zu LPKF Laser & Electronics SE
Unternehmen: LPKF Laser & Electronics SE ISIN: DE0006450000
Anlass der Studie: Update Empfehlung: Kaufen seit: 30.10.2026 Kursziel: 22,00 EUR Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten Letzte Ratingänderung: - Analyst: Nicklas Frers
9M-Zahlen vom Solargeschäft belastet - LIDE Ramp-Up trotz Verzögerung intakt
LPKF hat heute den Quartalsfinanzbericht für die ersten neun Monate 2026 vorgelegt. Die Zahlen spiegeln die bereits Ende September kommunizierte Guidance-Anpassung wider und zeigen ein vom schwachen Solargeschäft geprägtes Bild. Der Fokus liegt jedoch klar auf der mittelfristigen Skalierung des LIDE-Geschäfts im Advanced Packaging sowie den Fortschritten des Transformationsprogramms North Star.
Q3-Ergebnisse erwartungsgemäß schwach: In den ersten neun Monaten 2026 sank der Konzernumsatz um 28,1% yoy auf 60,3 Mio. EUR (9M 2025: EUR 83,9 Mio.). Hauptursache für den Rückgang war das Solarsegment, dessen Umsatz im Zuge verzögerter Kundeninvestitionen vor dem Technologiewechsel zu Perowskit-Lösungen um 57% auf 11,2 Mio. EUR einbrach (9M 2025: EUR 25,8 Mio.). Grund ist primär ein erwarteter Großauftrag aus China, der sich aufgrund noch ausstehender staatlicher Genehmigungen verzögert und dessen Umsätze nun erst für 2027 erwartet werden. Da das klassische Legacy-Geschäft derzeit weitgehend fehlt, wird diese Übergangsphase bis zum Markthochlauf der Perowskit-Technologie überbrückt, indem die Kosten im Solarsegment in der Zwischenzeit konsequent gesenkt werden. Auch das Segment Welding verzeichnete nach einem starken Vorjahr (Sonderprojekt in 2025) einen Erlösrückgang um 44% auf 11,2 Mio. EUR (9M 2025: EUR 20,0 Mio.), zeigt jedoch mit ersten Projekterfolgen im Bereich Smart Robotics operative Fortschritte. Demgegenüber präsentierten sich die Segmente Development und Electronics in Summe stabil. Insgesamt belief sich das bereinigte Konzern-EBIT auf -8,9 Mio. EUR (9M 2025: EUR -0,8 Mio.), während das unbereinigte EBIT bei -12,8 Mio. EUR lag. Um die angepasste Jahresprognose von 93 bis 100 Mio. EUR Umsatz sowie eine bereinigte EBIT-Marge von -7,0% bis -2,5% zu erreichen, ist im traditionell starken Schlussquartal ein Umsatzbeitrag von mindestens 32,7 Mio. EUR erforderlich. Das Management setzt hierbei auf die schrittweise Abarbeitung des Auftragsbestands von 31,9 Mio. EUR sowie erste spürbare Kosteneffekte aus dem Transformationsprogramm North Star.
LIDE Ramp-Up verzögert sich: Der Ramp-UP der LIDE-Technologie benötigt aufgrund nachgelagerter Qualifizierungsprozesse bei den Kunden mehr Zeit als ursprünglich angenommen, weshalb sich weitere Aufträge in die erste Jahreshälfte 2027 verschieben. Das Management rechnet damit, dass bei 3 bis 4 Kunden operative Entscheidungen zum Produktions-Ramp-up in diesem Zeitraum getroffen werden. Der im Q3 gemeldete Letter of Intent (LOI) mit einem führenden asiatischen Hersteller über ein Volumen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich unterstreicht diesen Fortschritt und soll noch im laufenden Jahr fest abgeschlossen werden, wenngleich dieser erst im kommenden Jahr umsatzwirksam wird. Dass es sich hierbei lediglich um einen zeitlichen Aufschub handelt, unterstreicht die zunehmende strategische Relevanz von LPKF. Mit jeder weiteren Qualifikation festigt das Unternehmen seine Stellung im globalen Equipment Stack und rückt immer tiefer in die Lieferketten führender Halbleiter-Player.
North Star übertrifft Erwartungen - Profitabilitätspfad bis 2028 voll abgesichert: Das im Vorjahr gestartete Transformationsprogramm North Star kommt schneller voran als ursprünglich veranschlagt. Die 1. Programmwelle (u. a. Schließung des Fertigungsstandortes Fürth) wurde erfolgreich abgeschlossen und sichert schrittweise jährliche Kosteneinsparungen von gut 8 Mio. EUR. Zum 1. Januar 2027 startet die 2. Programmwelle mit der Umstellung auf eine schlankere, funktionale Organisationsstruktur. Bis 2028 soll das Programm einen kumulierten EBIT-Effekt von rund EUR 16 Mio. entfalten, was den aktuellen Umsatzrückgang ergebnisseitig substanziell kompensieren und die operative Basis für den anstehenden LIDE-Ramp-up nachhaltig stärken kann. Das Ziel einer nachhaltig zweistelligen EBIT-Marge bis 2028 bleibt weiterhin bestehen.
Fazit: Die Q3 Zahlen spiegeln die operativ anspruchsvolle Übergangsphase im laufenden Geschäftsjahr wider, die vor allem durch das schwache Solargeschäft getrieben ist. Strategisch bleibt die Investmentstory von LPKF jedoch voll intakt. Das Unternehmen stellt über das überdurchschnittlich gut anlaufende North Star-Programm die Weichen für eine nachhaltige Margenerholung, während der LIDE-Technologie-Ramp-up im Advanced-Packaging-Markt ab 2027 für absehbare Dynamik sorgt. Wir sehen die aktuelle Schwächephase daher weiterhin als temporär an und bestätigen unsere Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 22,00 EUR.
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Quelle: dpa-Afx