^ Original-Research: Smartbroker Holding AG - von Montega AG

10.07.2026 / 13:36 CET/CEST Veröffentlichung einer Research, übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group. Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw. Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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Einstufung von Montega AG zu Smartbroker Holding AG

Unternehmen: Smartbroker Holding AG ISIN: DE000A2GS609

Anlass der Studie: Update Empfehlung: Kaufen seit: 10.07.2026 Kursziel: 17,00 EUR (zuvor: 18,00 EUR) Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten Letzte Ratingänderung: - Analyst: Nicklas Frers; Christian Bruns, CFA

Smartbroker durch Trade Republic News unter Druck

Pünktlich zum Ablauf der Einnahmen durch PFOF (30.06.2026) hat Trade Republic eine überraschende News veröffentlicht, die erklärt wie künftig die Kundenorders über die eigene Handelsplattform abgewickelt werden. Dies brachte ordentlich Rauschen ins Brokerage-Segment. Die Smartbroker Aktie verlor seit der Meldung vom 02.07.2026 ca. 17%; Lang & Schwarz sogar knapp 34%.

'Best-Price-Execution': Mit dem neuen 'Best-Price'-Modell vollzieht Trade Republic den Wandel vom reinen Vermittler zum internen Market Maker. Anstatt Orders an unabhängige Börsen weiterzuleiten, agiert TR nun als direkte Gegenpartei der eigenen Kunden und matcht Aufträge im eigenen Buch. Die 30 angebundenen Handelsplätze dienen dabei lediglich als regulatorischer Referenz-Kompass. Da TR den wegfallenden PFOF-Umsatz nun direkt über die hauseigene Kursspanne (Spread) kompensiert, kann ein systemischer Interessenkonflikt entstehen. Mit der zusätzlich neuen 'Direct-Price' Methode lässt sich einer der 30 Handelsplätze auch direkt auswählen und für 2 EUR anstelle der gewohnten 1 EUR pro (Best-Price)-Order ausführen. Diese Produkterweiterung ist aktuell jedoch nur über die neue Web-Anwendung auswählbar.

Auswirkung auf Smartbroker: Mit dieser Neuausrichtung greift Trade Republic direkt einen der Kern-USPs, den flexiblen Zugang zu mehreren Handelsplätzen, an. Zusammen mit dem neuen Web-Terminal für aktive Trader drängt TR damit in die klassische Smartbroker-Zielgruppe. Dennoch behält Smartbroker vorerst die Oberhand bei der Produkt- und Funktionstiefe. Features wie echte Währungskonten, Lombardkredite und eine breitere Produktpalette (z.B. bei der Derivate-Auswahl) bleiben starke Alleinstellungsmerkmale, die insbesondere professionelle Trader weiterhin ansprechen. Ergänzt wird dies durch ein eigenes realtime Webfrontend, welches in den kommenden Monaten live gehen wird.

Das fehlende Neukundenwachstum: Das ursprüngliche Neukundenziel von 100 Tausend für das Gesamtjahr 2026 rückt angesichts der aktuellen Run-Rate (ca. 27 Tausend, Stand: 30.05.) und des verschärften Wettbewerbs in Ferne. Hinzu kommt die allgemeine Zurückhaltung der Kunden im Markt, welche aufgrund externer Faktoren (u.a. geopolitische Gegebenheiten) noch anhalten könnte. Selbst unter Berücksichtigung eines typischerweise starken vierten Quartals bleibt das offizielle Ziel ambitioniert. Realistischer erscheint derzeit ein Korridor von 80 Tausend bis 90 Tausend Netto-Neuzugängen. Da die ursprüngliche Investment Story stark auf reinem Kundenwachstum basierte, straft der Markt diese Wachstumsverlangsamung im Aktienkurs ab. Konsequent hierzu haben wir unser Modell angepasst und kalkulieren nun konservativer mit einem Neukundenwachstum von 85 Tausend für das Gesamtjahr. Neben dem Kundenwachstum ist jedoch auch die Handelsaktivität entscheidend. Diese liegt im laufenden Jahr mit durchschnittlich 760 Tsd. Trades pro Monat deutlich höher als im vorherigen Jahr mit knapp 550 Tsd.

Hebel im Marketing - Effizienz statt Aktionismus: Nach dem Wechsel an der Spitze des Marketingteams im Mai wird damit gerechnet, dass die neuen Maßnahmen ab dem vierten Quartal sichtbare Erfolge zeigen. Das Management verfällt angesichts der jüngsten Trade-Republic-Meldung hierbei nicht in blinden Aktionismus. Anstatt Budgets in den Markt zu pressen, um das Wachstum teuer einzukaufen, agiert man kapitaldiszipliniert. Für die bereits geplante Marketing-Offensive, insbesondere im Zuge der Einführung des neuen Altersvorsorgedepots, steht ausreichend Budget zur Verfügung. Sollten die Kundengewinnungskosten (CAC), die sich aktuell im Jahresschnitt auf 130 bis 140 EUR belaufen, im Zuge des intensiven Wettbewerbs deutlich ansteigen, besitzt das Management die Flexibilität, die Ausgaben zu reduzieren. Dies würde die OpEx senken und die Profitabilität unmittelbar stützen. Ziel bleibt hierbei weiterhin, dass sich ein Kunde nach maximal zwei Jahren amortisiert hat (aktuell nach rund 18 Monaten der Fall). Unverändert bleibt die strategische Abgrenzung zu Trade Republic. Smartbroker fokussiert sich nicht auf die Masse, sondern auf die besonders aktiven Trader.

Bewertungsanomalie: Wie in unserem Kommentar vom 08.05.2026 dargelegt, offenbart der Peer-Group-Vergleich erhebliche Bewertungsdiskrepanzen beim Kundenwert. Während börsennotierte Konkurrenten wie flatexDEGIRO oder Trade Republic am Markt derzeit mit ca. 1.000 EUR je Kunde bewertet werden, beläuft sich der implizite Wert eines aktiven Smartbroker-Kunden auf lediglich rund 630 EUR (Stand: 30.06.), obwohl dieser mehr umsetzt. Diese fundamentale Fehlbewertung wird umso deutlicher, wenn man das hochprofitable Mediengeschäft der Holding separiert. Wendet man hierfür ein branchenübliches EV/EBITDA-Multiple von 16x an (analog zur Transaktion von finanzen.net), ist das Mediengeschäft alleine bereits so viel wert wie die gesamte aktuelle Marktkapitalisierung des Konzerns (ca. 145 Mio. Euro per 08.07.).

Fazit: Das Vertrauen der Anleger hängt derzeit an der monatlichen Run-Rate der Neukundenzahlen, weshalb die Aktie kurzfristig unter Druck steht. Das vierte Quartal wird der entscheidende Wendepunkt sein, an dem Smartbroker liefern muss. Das AVD wird hierzu positiv beitragen können. Dennoch ist die Aktie u.E. fundamental unterbewertet. Wir haben unser Modell entsprechend angepasst und bestätigen unsere Kaufempfehlung mit einem leicht reduzierten Kursziel von 17,00 EUR.

+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS / HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++

Über Montega:

Die Montega AG ist eine innovative Investment-Banking-Boutique mit klarem Fokus auf den Mittelstand und agiert als Plattformanbieter für den Austausch zwischen börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren. Montega erstellt hochwertiges Equity Research, veranstaltet vielfältige Kapitalmarktevents im In- und Ausland und bietet eine umfassende Unterstützung bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die Mission: Emittenten und Investoren zusammenbringen und für Transparenz im Börsenumfeld sorgen. Dabei konzentriert sich Montega auf jene Marktteilnehmer, deren Sprache die Mittelstandsexperten am besten beherrschen: Small- und MidCaps auf der einen sowie Vermögensverwalter, Family Offices und Investment-Boutiquen mit einem Anlagefokus im Nebenwertebereich auf der anderen Seite.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: https://nwr.eqs-cockpit.com/fncls2.ssx?fn=redirect&u=64b47203fbc5c3f78c3f6a2f09b1fa56

Kontakt für Rückfragen: Montega AG - Equity Research Tel.: +49 (0)40 41111 37-80 Web: www.montega.de E-Mail: info@montega.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/montega-ag

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Quelle: dpa-Afx