ZWICKAU (dpa-AFX) - Die Kündigung etlicher Tarifverträge durch den Autobauer Volkswagen
"Die Menschen erwarten zu Recht Verlässlichkeit und vor allem eine belastbare Perspektive für ihre Zukunft", erklärte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Fahrzeugwerks Zwickau, Mike Rösler. "Die Kolleginnen und Kollegen leisten seit Monaten enorm viel, zeigen maximale Flexibilität und tun alles dafür, unsere Ziele am Standort zu erreichen." Umso größer sei das Unverständnis über die Kündigung der Tarifverträge durch das Unternehmen. Der Protest bei der Betriebsversammlung zeige, wie groß der Frust und die Enttäuschung bei den Beschäftigten inzwischen seien.
Den Angaben zufolge haben am Vormittag rund 3.000 Beschäftigte an der Versammlung teilgenommen. Laut Betriebsrat wurde sie kurz nach 13.00 Uhr ausdrücklich nicht geschlossen, sondern nur unterbrochen. Damit behalte man sich die Option vor, sie bei Bedarf zeitnah fortzusetzen, hieß es.
VW
Angesichts von Überkapazitäten und wachsender Konkurrenz aus China will der VW-Vorstand weltweit in den kommenden Jahren zusätzlich zu den bisherigen Abbauplänen 50.000 Stellen streichen. Zudem ist die Zukunft mehrerer deutscher Auto-Fabriken des Konzerns nach 2030 unklar - dazu gehört auch das Werk in Zwickau.
Im Ringen um schärfere Einsparungen hat Volkswagen jüngst einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt - darunter den wichtigen Manteltarifvertrag. Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, hieß es./hum/DP/nas
Quelle: dpa-Afx