(neu: Umsatzziel im Schlussquartal, Analyst, Kurs)
MENLO PARK (dpa-AFX) - Meta
Nach Verhandlungen mit Zuckerberg gibt Meta Aktionären nun neue Aktien ohne Stimmrechte - ein neues Papier pro Anteilsschein. Mit dem Modell kann er bei Bedarf stimmrechtslose Aktien verkaufen, ohne Macht zu verlieren. Zuckerbergs Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg auf 247 Milliarden Dollar geschätzt - umgerechnet 220 Milliarden Euro.
Drohung mit Hausverkauf
Wie aus einer Meta-Mitteilung hervorgeht, setzte Zuckerberg die Firma mit einer Umzugsdrohung unter Druck. Meta hat das Hauptquartier in Menlo Park im kalifornischen Silicon Valley - und der 42-jährige Gründer gilt als jemand, der aktiv im Tagesgeschäft mitmischt.
Nachdem Zuckerberg bereits im Sommer gewarnt hatte, dass die drohende Milliardärsteuer ihn zum Wegzug aus Kalifornien bewegen könnte, griff er dem Dokument zufolge zu einem Ultimatum. Zuckerberg warnte demnach am 9. September, dass er in vier Tagen sein Haus im benachbarten Palo Alto zum Verkauf stellen werde, wenn es bis dahin keine Einigung gebe.
Ein solcher Schritt hätte der Öffentlichkeit gezeigt, dass Zuckerberg weniger im Meta-Alltag involviert wäre. Nun sagte er zu, mindestens acht Jahre einen Wohnsitz in Kalifornien zu behalten - oder bei einem Umzug der Zentrale im jeweiligen anderen Bundesstaat. Einige Tech-Milliardäre gaben wegen der möglichen Abgabe bereits ihren Wohnsitz in Kalifornien auf.
Hohe KI-Investitionen
Meta betont, zugleich bekomme man mit der geänderten Struktur auch neue Möglichkeiten, die hohen KI-Investitionen zu finanzieren. Der Konzern steckt in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur.
Meta hob das untere Ende der Spanne der Prognose erneut um fünf Milliarden Dollar an. Zuckerberg baut Rechenzentren für Künstliche Intelligenz im Wettbewerb mit Vorreitern wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI aggressiv aus. In der Spitze geht Meta nach wie vor von 145 Milliarden Dollar an Investitionen aus.
Das Geld für den KI-Ausbau liefert nach wie vor das boomende Werbegeschäft des Facebook-Konzerns. Im vergangenen Quartal steigerte Meta den Konzernumsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Unter dem Strich gab es einen Gewinn von 9,86 Milliarden Dollar nach 2,7 Milliarden vor einem Jahr.
Zuletzt griffen 3,64 Milliarden Nutzer auf mindestens eine Meta-App zu. Drei Monate zuvor waren es 3,6 Milliarden gewesen. Zum Konzern gehören auch der Chatdienst WhatsApp, die Foto- und Video-Plattform Instagram sowie Threads, eine Alternative zum Twitter-Nachfolger X.
Analyst Doug Anmuth von der Bank JPMorgan sprach in einer ersten Reaktion von guten Geschäftszahlen. Dabei betonte er insbesondere, dass es das erste Quartal gewesen sei, in dem sich die Investitionen in KI-Infrastruktur und -Produkte auszahlten. Er verwies auf die verschiedenen Versionen des neuen persönlichen KI-Agenten Muse, der gut ankomme.
Zudem liege der Umsatzausblick für das Schlussquartal am oberen Ende der Spanne eine Milliarde Dollar über seiner Erwartung, da das Kernwerbegeschäft weiter stark wachse, so der Experte weiter. Die Unternehmensführung kalkuliert für die letzten drei Monate des Jahres mit Erlösen von 73 bis 76 Milliarden Dollar.
Für die Aktie zeichnete sich am Donnerstag dennoch ein schwächerer Start ab. Sie notierte im vorbörslichen US-Handel in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt rund eineinhalb Prozent im Minus. JPMorgan-Analyst Anmuth bleibt indes optimistisch und hob sein Kursziel infolge der Quartalszahlen bei einer unveränderten "Overweight"-Einstufung von 920 auf 940 Dollar an.
Milliardenstrafe in New Mexico
Wenige Stunden vor Bekanntgabe der Zahlen wurde bekannt, dass Meta wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen soll. Geschworene im Bundesstaat New Mexico hatten entschieden, dass Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit von Facebook in die Irre geführt wurden.
Der Richter berechnete in seiner Entscheidung einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar - reduzierte ihn dann aber auf 25 Milliarden. Meta gab sich in einer Reaktion überzeugt davon, dass man sich im Berufungsverfahren durchsetzen werde./so/mis/DP/zb/men/jha/
Quelle: dpa-Afx