(neu: Kurse, Analysten)
BOISE (dpa-AFX) - Der KI-Boom mit steigenden Verkaufspreisen treibt die Geschäfte des US-Speicherchipherstellers Micron
Der in diesem Jahr bereits sehr stark gelaufenen Micron-Aktie half dies zunächst nicht: Sie verlor im frühen US-Handel am Donnerstag mehr als ein Prozent. In diesem Jahr hat der Kurs sich aber bereits fast vervierfacht. Das Rekordhoch von 1.255 Dollar aus dem Juni ist aber noch etwas entfernt. Die Bewertung der Aktie unterschätze den Effekt langfristiger Lieferverträge, bemerkte BC-Analyst Srini Pajjuri. Er sieht erhebliches Potenzial, selbst wenn diese nur teilweise wirksam würden.
Ergebnisse und Ausblick seien stark gewesen, notierte James Schneider von Goldman Sachs. Er fürchtet aber nachlassende Preisdynamik bei HBM-Speichern ab 2028 angesichts deutlich höherer Kapazitäten. Er bleibt daher an der Seitenlinie. Optimistischer würde er, sollten sich in der Branche anhaltende Disziplin beim Kapazitätsausbau zeigen oder neue Verträge den Preisboden festigen.
Viele Aktien aus dem europäischen Chipsektor konnten am Donnerstag nicht nachhaltig von positiven Nachfragesignalen durch Micron profitiert. Dieser hob zwar anfangs die Stimmung, doch am Gesamtmarkt prägten dann anziehende Ölpreise und weiter steigende Anleiherenditen das Bild. Dem konnten sich Tech-Werte nicht entziehen, von denen viele ins Minus sackten.
"Der Speicherboom bei Micron wird nachhaltiger, aber auch teuer", kommentierte Marktbeobachter Stephen Innes die Profitabilitätsperspektive der Amerikaner. "Die Hoffnung, dass Microns Bilanz neue KI-Euphorie entfachen könnte, um den Markt von seiner Fixierung auf die Renditen abzulenken, ist nicht aufgegangen", sagte sein Kollege Jochen Stanzl von der Consorsbank. Micron bleibe der KI-Branche einen neuen Impuls schuldig.
In Deutschland erreichten die Infineon
Die Aktien der deutschen Branchenausrüster Aixtron
Micron steigerte den Umsatz im vergangenen Quartal, das am 3. September endete, um knapp 31 Prozent gegenüber dem Vorquartal - und im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum auf fast das Fünffache. Der Gewinn lag mit 37,7 Milliarden Dollar rund zwölfmal so hoch wie ein Jahr zuvor.
Im laufenden Quartal will Micron-Chef Sanjay Mehrotra den um Sonderposten bereinigten Gewinn je Aktie auf 37,15 bis 39,15 Dollar hochtreiben. Hier hatten Experten zuletzt gut 36,02 Dollar auf dem Zettel - nach 33,42 Dollar im vergangenen Quartal.
Die Bruttomarge - ein Maß für die Profitabilität der Herstellung von Produkten vor Verwaltungs- und Vertriebskosten - dürfte im neuen Dreimonatszeitraum allerdings etwas sinken. Von hohen 87 Prozent dürfte sie auf 86,3 Prozent zurückgehen. Finanzchef Mark Murphy begründete das in einem Analystencall vor allem mit höheren Mitarbeitervergütungen./men/he/stw/mis/tih/nas/jha/
Quelle: dpa-Afx