PARIS (dpa-AFX) - Der französische Versicherer Axa beteuert nach zuletzt guten Geschäften sein Vertrauen in die Finanzen seines Heimatlandes. "Wir haben keinen Zweifel an der Kreditwürdigkeit Frankreichs angesichts der soliden Fundamentaldaten und der hochdiversifizierten Wirtschaft", sagte Finanzchef Alban de Mailly Nesle der Nachrichtenagentur Bloomberg. Von den jüngst gestiegenen Renditen der französischen Staatsanleihen sei Axa nicht betroffen.

Der Manager beobachtet allerdings die stark schwankenden Risikoaufschläge für die Staatspapiere. "Und wir wissen nicht genau, auf welchem Niveau sie sich stabilisieren werden." Axa sei mit etwa 17 Milliarden Euro in französischen Staatsanleihen engagiert. Vermögenswerte in Frankreich machten insgesamt nur etwa 15 Prozent der Kapitalanlagen des Versicherers aus.

Vertreter von Frankreichs Finanzbranche haben Bedenken der Investoren abgetan, dass die jüngste Finanzdebatte samt den folgenden Unruhen und Plünderungen ihr Geschäft schädigt.

Der Versicherer Axa hatte am Donnerstagabend Eckdaten zu den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres veröffentlicht. So war der Umsatz aus Bruttoprämien und anderen Erträgen im Jahresvergleich auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent auf 93 Milliarden Euro gestiegen. Die Dynamik des ersten Halbjahres habe sich im dritten Quartal fortgesetzt.

Im Schaden- und Unfallgeschäft lag das vergleichbare Wachstum in den ersten neun Monaten bei drei Prozent, im Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen bei sieben Prozent. Die Axa-Aktie reagierte am Freitag kaum auf die Nachrichten. Am Vormittag lag sie zuletzt mit 0,4 Prozent im Minus.

Zahlen zum Gewinn machte Axa wie in Frankreich üblich zum dritten Quartal nicht. Finanzchef de Mailly räumte jedoch mögliche Bedenken aus, dass die Waldbrände im Sommer in Frankreich zu größeren Versicherungsschäden geführt haben könnten. Die Feuer hätten vor allem Wälder getroffen, die nicht versichert seien. "Das hatte viel geringere Folgen als die Dürren, Stürme, Tornados und Hagelstürme, die in den letzten Monaten in mehreren europäischen Ländern auftraten, in denen wir Geschäfte machen."

Für das laufende Jahr rechnet Axa-Chef Thomas Buberl weiterhin mit einem bereinigten Gewinn von etwa 8,6 Milliarden Euro. Die bereinigte Eigenkapitalrendite soll das obere Ende der Zielspanne erreichen, die von 14 bis 16 Prozent reicht./stw/mne/jha/

Quelle: dpa-Afx