HAMBURG (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf
An der Börse kamen die Geschäftszahlen nicht gut an. Die Aktie verlor am Vormittag rund vier Prozent und stoppte damit die jüngste Erholung wieder. Seit dem Jahreswechsel verlor das Papier fast 15 Prozent. Während die Marke Nivea weiter zu kämpfen habe, liege die Entwicklung des Konsumgütergeschäfts insgesamt knapp über den Konsensschätzungen, schrieb James Edwardes Jones von der kanadischen Bank RBC. Auf Konzernebene habe Beiersdorf wegen der schwachen Klebstoffsparte Tesa aber enttäuscht.
"Im dritten Quartal hat sich die Geschäftsentwicklung in unserem gesamten Consumer-Geschäft im Vergleich zur ersten Jahreshälfte verbessert", sagte Unternehmenschef Vincent Warnery laut Mitteilung. Während das Hautpflegesegment Derma mit den Marken Eucerin und Aquaphor und die Luxusmarke La Prairie weiter wachsen konnten, setzte Beiersdorf erneut weniger mit Nivea-Produkten um.
Allerdings fiel der Umsatzrückgang bei Nivea weniger stark aus als noch im zweiten Quartal. Das Unternehmen begründete das Minus etwa mit Auslieferproblemen und einem Lagerbestandsabbau im Handel. Bis zum Jahresende dürften diese negativen Faktoren sukzessiv nachlassen, hieß es weiter.
Im Klebstoffsegment schrumpfte der organische Umsatz im Quartal mehr als vier Prozent. Engpässe bei der Verfügbarkeit von Halbleitern hätten sich hier negativ auf das Electronics-Geschäft ausgewirkt, erklärte das Unternehmen. Im zweiten Quartal legte der Erlös in dem Geschäft mit Tesa noch zu.
Derweil will Beiersdorf Nivea schneller wieder auf Wachstumskurs bringen und hat mit einem 18-monatigen Programm die Neuausrichtung der Marke verstärkt. Dabei soll diese durch breit angelegte Innovationen mehr Konsumenten erreichen und das Produktangebot ausgebaut werden. Auch sollen die Werbeausgaben erhöht werden. Es gebe erste Anzeichen, dass die strategische Neuausrichtung greife, teilte das Unternehmen weiter mit.
Für 2026 geht Beiersdorf von einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. 2025 wurde ein Konzernumsatz von rund 9,9 Milliarden Euro verbucht. Die bereinigte Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) sieht der Konzern bei mindestens 11,8 Prozent, nach 14,0 Prozent im Vorjahr./mne/stk
Quelle: dpa-Afx