LONDON (dpa-AFX) - Der britische Ölkonzern BP
Die BP-Aktie verlor zeitweise mehr als neun Prozent auf 500 britische Pence. Am Nachmittag lag sie noch mit 4,6 Prozent im Minus, gehörte damit aber weiter zu den größten Verlierern im britischen Leitindex FTSE 100
Mit Manifolds plötzlichem und unerwartetem Abgang setzt sich die Reihe von Wechseln in der Führungsetage des Konzerns fort. Der Manager hatte seinen Posten erst im vergangenen Jahr übernommen. Er spielte eine wichtige Rolle dabei, den früheren Unternehmenschef Murray Auchincloss loszuwerden und die Managerin Meg O'Neill zur neuen Chefin zu machen.
Die Managerin kam von dem australischen Konzern Woodside Energy. Es war das erste Mal, dass BP die Konzernspitze mit jemandem von außerhalb besetzte. Zugleich ist sie bei BP die erste Frau in dieser Position.
Verwaltungsrat Manifold kam aus der Baustoffbranche. Nach seinem Antritt bei BP half er dabei, das Vertrauen der Anleger am Kapitalmarkt zurückzugewinnen. Er trieb die Beschäftigten dazu, fehlgeschlagene Investitionen in grüne Energien schneller abzuwickeln und verstärkte im Gegenzug Investitionen in fossile Brennstoffe. Er leitete eine gründliche Überprüfung des Konzerns ein, um unrentable Vermögenswerte auszusortieren.
Jetzt beschloss der Verwaltungsrat der Mitteilung zufolge einstimmig, Manifold mit sofortiger Wirkung von seinen Funktionen in dem Gremium zu entbinden. "Albert hat dazu beigetragen, der Transformation von BP die nötige Aufmerksamkeit und Dynamik zu verleihen", sagte das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Amanda Blanc. Die ihm vorgeworfenen Versäumnisse bei der Unternehmensführung und Verhaltensprobleme hätten den Verwaltungsrat jedoch "überrascht und enttäuscht". Das Gremium erachte sie als inakzeptabel./stw/lew/jha/
Quelle: dpa-Afx