HANNOVER (dpa-AFX) - Der Reifenhersteller Continental hat nach einem guten dritten Quartal seine Jahresprognose für die Profitabilität erhöht. So peilt Conti-Chef Christian Kötz nun eine um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von 13,4 bis 14,0 Prozent an, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Bisher hatten die Hannoveraner 12,0 bis 13,5 Prozent auf dem Zettel. Zwar hatten Analysten schon ein Abschneiden über der Prognosebandbreite erwartet, die im Dax notierte Aktie legte dennoch kräftig zu.

Das Papier gewann nach Handelsbeginn 5,8 Prozent auf 70,84 Euro. Damit steht auch seit Jahresbeginn ein Kursplus zu Buche. Das dritte Quartal sei angesichts einer Zollerstattung wohl wie erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies. Dass die Niedersachsen aber die Aussichten für den Finanzmittelzufluss besser einschätzten, dürfte bei Anlegern gut ankommen.

Im dritten Quartal steigerte Conti den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) um knapp sieben Prozent auf 514 Millionen Euro, die entsprechende Marge kletterte um einen Prozentpunkt auf 14,9 Prozent. Analysten hatten hier im Schnitt lediglich ein Abschneiden auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums erwartet. Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit großen und teureren Reifen. Dessen Anteil am Absatz steigt tendenziell, auch weil Elektroautos wegen der Batterien in der Regel schwerer sind und größere Reifen benötigen.

"Große und leistungsfähige Reifen sind ein wesentlicher Treiber unseres Geschäfts. Die höheren Rohmaterialpreise wirken sich jedoch zunehmend auf unser Ergebnis aus und werden uns im vierten Quartal noch stärker belasten", sagte Finanzchef Roland Welzbacher laut Mitteilung. Rohöl ist ein wichtiger Produktionsfaktor für Reifen- und Kunststoffhersteller. Der Preis für den Rohstoff war mit dem Ausbruch des Krieges der USA und Israel gegen den Iran deutlich gestiegen.

Unter dem Strich machte Conti im Quartal einen Nettogewinn von 349 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor wegen Sondereffekten im Zuge der Abspaltung des Autozuliefergeschäfts und des Verkaufs eines Teils der Kunststofftechnik ein Verlust von 756 Millionen Euro angefallen war.

Beim Umsatz grenzte Conti die Zielspanne für das Jahr auf 13,5 bis 13,9 Milliarden Euro ein, nachdem die Bandbreite bisher bei 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro gelegen hatte. In den drei Monaten bis Ende September ging der Umsatz nominal um gut elf Prozent auf 3,45 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis betrug das Minus lediglich 0,1 Prozent. Neben der Abspaltung der Autozuliefersparte ist mittlerweile auch der Verkauf der gesamten restlichen Kunststofftechniksparte Contitech vereinbart./men/stw/stk

Quelle: dpa-Afx