HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat 2025 erneut einen Rekord beim operativen Gewinn erzielt. "Unsere konsequente Ausrichtung auf striktes Kostenmanagement hat maßgeblich zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen", sagte der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten am Mittwoch in Heidelberg laut Mitteilung. Wenngleich der Bausektor in manchen Regionen noch von Schwankungen geprägt sei, setze sich die Stabilisierung in den Kernmärkten fort. Daher rechne das Management im laufenden Jahr erneut mit einem Ergebniswachstum. Der Aktienkurs geriet kurz nach dem Handelsstart dennoch unter Druck.

Zuletzt fiel der Kurs um knapp vier Prozent auf 193 Euro. Die vorherige Kursrally bis auf ein Rekordhoch von fast 242 Euro im Januar hatte schon jüngst einen Dämpfer bekommen von Nachrichten über ein mögliches Aufweichen der EU-Pläne für Klimaschutzmaßnahmen. Der Konzern galt bisher als Profiteur davon, da er eine branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im Produktionsprozess innehat. Anleger hatten daher bislang Kostenvorteile für den deutschen Zementhersteller gesehen, sobald die Ausgabe kostenloser Zertifikate gestoppt wird.

Analysten verwiesen nun mit Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen darauf, dass die durchschnittlichen Marktschätzungen bereits am oberen Ende der nun vom Konzern veröffentlichten Prognose lägen. Für 2026 peilt das Unternehmen ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 3,4 Milliarden bis 3,75 Milliarden Euro an, und damit mindestens den Vorjahreswert.

2025 kletterte der Umsatz trotz teilweise rückläufiger Absatzmengen im Jahresvergleich um gut ein Prozent auf knapp 21,5 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen weiter mitteilte. Während der Konzern in der Region Afrika-Mittelmeer-Westasien deutlich mehr umsetzte, gingen die Erlöse in Asien-Pazifik zurück. In Europa und in der Region Nordamerika konnte Heidelberg Materials etwas mehr umsetzen.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) - das sogenannte RCO - nahm um sechs Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro zu. Dies war so viel, wie Analysten erwartet hatten. Zum Ergebnisplus trug insbesondere ein Sparprogramm bei, das Ende 2024 angekündigt worden war.

Heidelberg Materials will bis Ende 2026 unter anderem mit einer geringeren Klinkerproduktion, Verbesserung der Produktion und Personalabbau eine halbe Milliarde Euro jährlich einsparen. Im vergangenen Jahr haben die Einsparungen rund 380 Millionen Euro betragen.

Unter dem Strich entfiel 2025 auf die Aktionäre ein Gewinn von gut 1,9 Milliarden Euro nach knapp 1,8 Milliarden Euro im Vorjahr.

Heidelberg Materials hat inzwischen wegen des deutlichen Absatzrückgangs bei Zement in Europa sowie aufgrund der verstärkten Ausrichtung des Zementportfolios hin zu CO2-reduzierten Produkten seine Herstellung in mehreren Werken angepasst. So wurde vor einiger Zeit im Zementwerk Hannover und im nordspanischen Werk Añorga jeweils die Klinkerproduktion eingestellt. Die französischen Werke in Beffes und Villiers-au-Bouin wurden Ende November geschlossen. Unterdessen setzt das Unternehmen weiter auf den nordamerikanischen Markt, wo es weiter zukauft.

Heidelberg Materials ist eines der größten Baustoffunternehmen der Welt. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen rund 50.000 Mitarbeiter./mne/tav/mis

Quelle: dpa-Afx