HEIDELBERG (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat im dritten Quartal von einer Nachfrageerholung profitiert. Umsatz und Ergebnisse legten zu. "Die sich im zweiten Quartal abzeichnende Wachstumsdynamik hat sich im dritten Quartal nochmals beschleunigt", sagte Konzernchef Dominik von Achten am Mittwoch in Heidelberg laut einer Mitteilung. Dabei habe sich vor allem Europa stark entwickelt, während in Nordamerika das Wachstum andauere. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern. Die Aktie legte am Vormittag um rund sieben Prozent zu. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier aber fast ein Viertel an Wert verloren.

Im dritten Quartal legte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Jahresvergleich um 8,7 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen in Heidelberg mitteilte. Analysten hatten mit einem weniger starken Anstieg gerechnet. Zum besseren Ergebnis hätten etwa der Sparkurs, Preiserhöhungen sowie eine stetige Nachfrageerholung beigetragen, hieß es. Für 2026 peilt das Unternehmen wie zuletzt ein operatives Ergebnis von 3,4 bis 3,65 Milliarden Euro an.

Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 10,4 Prozent auf 6,41 Milliarden Euro. Zum Ergebnis unter dem Strich machte der Konzern keine Angaben.

Nach Einschätzung von Elodie Rall von der US-Bank JPMorgan hat das operative Ergebnis des Baustoffherstellers um vier Prozent über der Konsensschätzung gelegen. Positiv hätten sich die Preise entwickelt. Zudem treibe das Unternehmen das Effizienz- und Restrukturierungsprogramm voran und habe das damit verknüpfte finanzielle Ziel erhöht.

Heidelberg Materials geht mittlerweile davon aus, das Einsparziel des Ende 2024 begonnenen Kostensenkungsprogramms von 500 Millionen Euro bis zum Ende des Jahres zu übertreffen. Der Dax-Konzern will die Bemühungen fortsetzen und bis Ende 2028 weitere 300 Millionen Euro einsparen. Durch eine höhere technische Effizienz sollen durch Inflation gestiegene Kosten abgemindert und die Margen verbessert werden.

Heidelberg Materials hat inzwischen wegen des deutlichen Absatzrückgangs bei Zement in Europa sowie aufgrund der verstärkten Ausrichtung des Zementportfolios hin zu CO2-reduzierten Produkten seine Herstellung in mehreren Werken angepasst. So beabsichtigen die Heidelberger, das Zementwerk in Paderborn dauerhaft stillzulegen. Am schwedischen Standort Skövde will das Unternehmen seine Aktivitäten ab 2027 auf die Zementherstellung konzentrieren. Zudem soll der Standort Ranville in Frankreich geschlossen werden. /mne/niw/mis

Quelle: dpa-Afx