AMSTERDAM (dpa-AFX) - Die niederländische Großbank ING
An der Börse in Amsterdam verlor das Papier bis zur Mittagszeit fast drei Prozent auf 28,585 Euro und gehörte damit zusammen mit der spanischen Großbank BBVA
Den Stellenabbau erklärte die Bankspitze mit einer veränderten Betreuungsstruktur für ihre Unternehmenskunden. Diese würden künftig nicht mehr nach Branchen, sondern nach Ländern betreut. Damit rücke der Service näher zu den Kunden. Die neue Struktur soll Anfang März 2027 in Kraft treten. Dabei sollen sich viele Zuständigkeiten ändern und etwa 400 Jobs wegfallen, wie die Bank erklärte.
Unterdessen will die ING bis zu 1,9 Milliarden Euro für eine Dividende und den Rückkauf eigener Aktien ausgeben. Davon sollen 250 Millionen Euro Mitte Januar als Dividende fließen. Mit den restlichen 1,65 Milliarden Euro will ING bis 26. April 2027 eigene Aktien zurückkaufen.
Im dritten Quartal lief es für die ING trotz sprudelnder Zinseinnahmen indes nicht so gut wie erwartet. Unter dem Strich verdiente das Geldhaus 1,85 Milliarden Euro und damit 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Experten hatten hingegen im Schnitt mit gut zwei Milliarden Euro gerechnet.
Dabei steigerte die ING ihre Erträge um knapp sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss sprang sogar um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, und auch Provisionen und Gebühren brachten mehr ein als im Vorjahreszeitraum. Allerdings sanken die sonstigen Erträge deutlich. Zudem legte die Bank mit 403 Millionen Euro fast ein Viertel mehr Geld für faule Kredite zurück, und auch die Betriebskosten gingen nach oben.
Im deutschen Privatkundengeschäft konnte die ING ihren Vorsteuergewinn dank höherer Erträge um ein Zehntel auf 392 Millionen Euro steigern. Im hiesigen Firmenkundengeschäft schlug jedoch eine höhere Risikovorsorge für drohende Kreditausfälle teuer zu Buche. Dadurch ging der Vorsteuergewinn des gesamten ING-Deutschlandgeschäfts um ein Zehntel auf 405 Millionen Euro zurück.
Dennoch sieht van Rijswijk den Gesamtkonzern auf gutem Weg zu seinen im Juli angehobenen Jahreszielen. Für 2026 erwartet der Manager insgesamt weiterhin Erträge von mehr als 24,5 Milliarden Euro. Dabei soll die Rendite auf das materielle Eigenkapital die Marke von 15 Prozent übersteigen. In den ersten neun Monaten des Jahres lag sie bei 15,6 Prozent./stw/men/stk
Quelle: dpa-Afx