GARBSEN (dpa-AFX) - Das schwierige wirtschaftliche Umfeld und die anhaltende Auftragsschwäche im Solargeschäft haben dem Laserspezialisten LPKF
Mit einem Abschlag von mehr als zwölf Prozent notierte LPKF am Nachmittag am unteren Ende im Kleinwerteindex SDax
Wie das erst kürzlich in den SDax zurückgekehrte Unternehmen mitteilte, brach der Umsatz im zweiten Quartal um rund 43 Prozent auf 19,35 Millionen Euro ein. Zugleich belastete die Restrukturierung das Ergebnis: Das operative Ergebnis (Ebit) sank auf minus 7,2 Millionen Euro nach plus 2,2 Millionen ein Jahr zuvor. Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen und Abfindungen verblieb ein Minus von 4,8 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 7,2 Millionen Euro nach einem Gewinn von 1,35 Millionen ein Jahr zuvor.
Ein Händler sprach von einem "sehr schwachen Bericht" mit niedrigen Auftragseingängen, vor allem im Solargeschäft. Dort halten sich Kunden laut LPKF wegen des erwarteten Technologiewechsels zu Perowskit-Solarzellen weiter mit Investitionen zurück. Konzernweit lag der Auftragsbestand Ende Juni mit 34,7 Millionen Euro jedoch nahezu auf Vorjahresniveau, während die Auftragseingänge mit 44 Millionen leicht darüber lagen.
Für das Gesamtjahr rechnet LPKF weiter mit einem Umsatz von 105 bis 120 Millionen Euro. Die bereinigte operative Marge soll zwischen minus 3 und plus 4,5 Prozent liegen. Der Vorstand erwartet zwar ein "anspruchsvolles" zweites Halbjahr, sieht die Jahresziele angesichts der Auftragslage aber als erreichbar an. Positive Impulse erwartet der Laserspezialist insbesondere in den Segmenten Solar und Electronics. Im Elektronikgeschäft lag der Auftragseingang zum Ende des Halbjahres trotz eines schwachen zweiten Quartals "signifikant" über dem Vorjahreswert.
LPKF befindet sich seit mehreren Jahren in einem schwierigen Umbau. Nach dem Ende des Corona-Booms litt das Unternehmen unter einer schwachen Investitionsbereitschaft wichtiger Kunden, insbesondere aus der Elektronik- und Solarbranche. Hinzu kamen Verzögerungen bei der Kommerzialisierung der als Zukunftstechnologie geltenden LIDE-Plattform. Anleger warten seit längerem auf größere Serienaufträge aus der Halbleiterindustrie.
Für LPKF bleibt LIDE der große Hoffnungsträger. Nach Unternehmensangaben hat sich die Technologie als Schlüsselverfahren für das sogenannte Advanced Packing für Halbleiter weiter etabliert, zudem sei der Konzern hier für KI-Anwendungen gut positioniert. Das Umsatzpotenzial werde deutlich höher eingeschätzt als bisher. Den adressierbaren Markt bis 2030 beziffert LPKF nun auf rund 1,7 Milliarden Euro.
Beim Restrukturierungsprogramm "North Star" sieht sich das Unternehmen ebenfalls auf Kurs. Dieses soll Kosten senken, Prozesse verschlanken und die Organisation auf profitables Wachstum ausrichten. Die erste Welle des Personalabbaus sei im zweiten Quartal abgeschlossen und die künftige Organisations- und Prozessstruktur weiter konkretisiert worden, hieß es./tav/err/jha/
Quelle: dpa-Afx