BOISE (dpa-AFX) - Der KI-Boom mit steigenden Verkaufspreisen treibt die Geschäfte des US-Speicherchipherstellers Micron unerwartet kräftig an. Der bereinigte Umsatz dürfte im ersten Geschäftsquartal bei 60 bis 63 Milliarden US-Dollar (bis 55,5 Mrd Euro) liegen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach US-Börsenschluss in Boise (Idaho) mit. Das wären bis zu rund 16 Prozent mehr als im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Analysten rechneten bisher lediglich mit knapp 57 Milliarden Dollar. Auch der angepeilte bereinigte Gewinn je Aktie liegt höher als erwartet. Die in diesem Jahr bereits sehr stark gelaufene Micron-Aktie legte im vorbörslichen US-Handel am Donnerstag etwas zu.

Das Papier gewann zuletzt gut ein Prozent zum Vortagesschluss auf 1.076 Dollar. In diesem Jahr hat der Kurs sich bereits fast vervierfacht. Das Rekordhoch von 1.255 Dollar aus dem Juni ist aber aktuell noch etwas entfernt.

Auch andere KI-Profiteure konnten vom Optimismus von Micron zehren, insbesondere Chipwerte, darunter die deutschen Werte Infineon , Aixtron , Suss Microtec , Jenoptik , PVA Tepla und der Waferhersteller Siltronic . In Asien gewannen die japanische und die südkoreanische Börse kräftig. Für die techlastige US-Börse Nasdaq zeichnete sich ein Rekordniveau ab. Micron gilt als größter US-Speicherchiphersteller mit seinem Ausblick als ein Gradmesser für die weiteren Aussichten des KI-getriebenen Branchenbooms.

Der rasante KI-Ausbau von Rechenzentren hat zu einer starken Nachfrage nach IT-Hardware geführt. Besonders Speicherchips sind in den vergangenen Quartalen deutlich im Preis nach oben gesprungen. Davon profitieren große Hersteller wie Micron, Samsung Electronics und SK Hynix . Micron steigerte den Umsatz im vergangenen Quartal, das am 3. September endete, um knapp 31 Prozent gegenüber dem Vorquartal - und im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum auf fast das Fünffache. Der Gewinn lag mit 37,7 Milliarden Dollar rund zwölfmal so hoch wie ein Jahr zuvor.

Im laufenden Quartal will Micron-Chef Sanjay Mehrotra den um Sonderposten bereinigten Gewinn je Aktie auf 37,15 bis 39,15 Dollar hochtreiben. Hier hatten Experten zuletzt gut 36,02 Dollar auf dem Zettel - nach 33,42 Dollar im vergangenen Quartal.

Die Bruttomarge - ein Maß für die Profitabilität der Herstellung von Produkten vor Verwaltungs- und Vertriebskosten - dürfte im neuen Dreimonatszeitraum allerdings etwas sinken. Von hohen 87 Prozent dürfte sie auf 86,3 Prozent zurückgehen. Finanzchef Mark Murphy begründete das in einem Analystencall vor allem mit höheren Mitarbeitervergütungen./men/he/stw/mis

Quelle: dpa-Afx