LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Spielwarenhersteller Tonies hat im ersten Halbjahr dank der starken Nachfrage nach der Toniebox 2 den Umsatz deutlich gesteigert, operativ aber weniger verdient. "Das erste Halbjahr 2026 war stark - in jedem Segment, über alle Kategorien hinweg, und mit unterm Strich 41 Prozent Wachstum", sagte Konzernchef Tobias Wann laut Mitteilung vom Donnerstag. An seiner Prognose für 2026 hält der Manager fest. Die Tonies-Aktie gab an der Börse jedoch nach.

Für das Papier ging es am Vormittag zeitweise um rund sechs Prozent abwärts. Am späten Vormittag gehörte es mit einem Abschlag von knapp drei Prozent auf 11,94 Euro immer noch zu den größeren Verlierern im Kleinwerteindex SDax . Seit Jahresbeginn hat sie aber fast 13 Prozent an Wert gewonnen. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt das Plus sogar bei etwas über 90 Prozent. Treiber war hier der Erfolg der Toniebox 2.

Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler bescheinigte dem Spielwarenhersteller eine weiterhin solide Entwicklung. Der Umsatzanstieg rage in dieser Berichtssaison im Konsumgütersektor positiv heraus und stehe mit Blick auf die Regionen auf einer breiten Basis. Dies bestätige die Attraktivität der neuen Toniebox 2 und eine robuste Markendynamik.

Für Oliver Wojahn vom Analysehaus MWB Research übertraf Tonies dank der US-Geschäfte im ersten Halbjahr die Erwartungen. Die Nachfrage nach den Audio-Boxen und zugehörigen Figuren entwickle sich robust. Allerdings hätten US-Zölle und ein höherer Anteil an Tonieboxen mit geringeren Margen vorübergehend an der Profitabilität genagt.

Der Erlös kletterte im ersten Halbjahr um 38 Prozent auf rund 243 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Analysten hatten hier weniger auf dem Zettel. Bereinigt um Währungseffekte lag das Wachstum bei 41 Prozent.

In Nordamerika, dem größten Markt und wichtigsten Wachstumstreiber von Tonies, stieg der Umsatz um 48 Prozent. In der Region Deutschland, Österreich und der Schweiz legte er um mehr als ein Viertel zu. Auch in anderen Ländern stiegen die Erlöse.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank jedoch um mehr als die Hälfte auf 1,8 Millionen Euro. Die entsprechende bereinigte operative Marge fiel von 2,1 auf 0,7 Prozent. Grund hierfür sind laut Mitteilung neben Produktmix-Effekte auch neue US-Zölle. Unter dem Strich verbuchte Tonies einen Verlust von 27,3 Millionen Euro nach einem Minus von 1,1 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Für das laufende Jahr erwartet das Management trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds weiter ein nachhaltiges profitables Wachstum. So soll der Umsatz währungsbereinigt um mehr als 20 Prozent auf über 760 Millionen Euro zulegen. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) soll weiter neun bis elf Prozent erreichen. 2025 hatte Tonies eine Marge von 8,6 Prozent erzielt.

Den größten Teil des Umsatzes erzielt Tonies mit seinem Audio-Würfel und den dazu gehörenden Figuren im Weihnachtsgeschäft.

Auch mittelfristig will das Unternehmen weiter wachsen. So soll sich der Umsatz bis 2030 auf mehr als 1,4 Milliarden Euro in etwa verdoppeln. Die Marge des bereinigten operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) soll bis dahin auf 16 bis 18 Prozent steigen.

Bis 2030 will Tonies in allen wichtigen Regionen der Welt vertreten sein. 2027 strebt das Unternehmen mindestens zwei weitere Markteintritte an./err/stw/mis

Quelle: dpa-Afx