BELLEVUE (dpa-AFX) - Der US-Telekommunikationskonzern T-Mobile US hat im dritten Quartal wie schon in den drei Monaten davor mehr neue Kunden gewonnen als von Experten erwartet. Zudem legte auch der Umsatz pro Vertragskunde leicht zu, von denen unter dem Strich 274.000 hinzukamen, wie der zur Deutschen Telekom gehörende US-Mobilfunkanbieter am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Bellevue mitteilte. Das seien drei Prozent mehr Nettoneukunden als vor einem Jahr. Von Bloomberg befragte Analysten hatten dagegen mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Im laufenden Jahr rechnet das Management weiter mit rund einer Million neuen Kunden. Etwas optimistischer wurde T-Mobile US für den operativen Gewinn und für den Zufluss von Zahlungsmitteln.

Im dritten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 23,6 Milliarden Dollar zu. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um elf Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Umsatz und Ergebnis übertrafen die Durchschnittsprognose der Experten.

Die seit Anfang 2025 unter Druck stehende Aktie legte vorbörslich rund drei Prozent zu. Das Papier war erst am Mittwoch zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende 2023 gefallen. In den vergangenen Wochen kam das Papier unter anderem unter Druck, weil SpaceX Mobilfunklizenzen gekauft hat und damit ein verstärkter Konkurrenzkampf am amerikanischen Mobilfunkmarkt droht, der bislang von AT&T, T-Mobile US und Verizon dominiert wird.

Seit dem Rekordhoch von etwas mehr als 276 Dollar im März 2025 büßte die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes ein. Das Unternehmen ist an der Börse nach dem Kursrückgang in den vergangenen Monaten weniger als 160 Milliarden Dollar wert. Die Deutsche Telekom hält etwas mehr als die Hälfte der T-Mobile-US-Anteile. Das Aktienpaket an der US-Tochter ist umgerechnet etwas mehr als 75 Milliarden Euro wert. Die Deutsche Telekom selbst kommt auf knapp 125 Milliarden Euro Marktkapitalisierung.

Der Kurs der Telekom-Aktie legte am Donnerstag nach den Zahlen der wichtigsten Sparte rund zwei Prozent auf 25,65 Euro zu. Die T-Aktie hatte im Zuge der Rally bei den Anteilen der US-Tochter im März 2025 das Mehrjahreshoch von fast 36 Euro erreicht. Seitdem ging es um rund 28 Prozent nach unten und damit bei weitem nicht so stark wie der Kurs von T-Mobile US. Dementsprechend sank auch der Anteil des Werts des T-Mobile-Pakets an der Gesamtbewertung des Bonner Konzerns.

Aktuell liegt dieser bei rund 60 Prozent und damit circa 20 Prozentpunkte weniger als vor eineinhalb Jahren. In diesem Jahr hatte es immer wieder auch Spekulationen über einen Komplettzusammenschluss der beiden Unternehmen unter dem Dach einer Holding gegeben. Dies scheint aber aktuell erst einmal vom Tisch zu sein - unter anderem, weil sich der Betriebsrat in Deutschland dagegen wehrt. Aber auch unter vielen großen Investoren regt sich Widerstand gegen das komplexe Vorhaben./zb/mis/stk

Quelle: dpa-Afx