FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Montag wenig beeindruckt von der erneuten Zuspitzung der Lage im Nahen Osten gezeigt. Trotz steigender Ölpreise sank der deutsche Leitindex in der ersten Handelsstunde lediglich um 0,65 Prozent auf 26.398 Punkte. Am Freitag hatte der Dax den Signalen von US-Notenbankchef Kevin Warsh für eine Zinserhöhung mit einem Rekordhoch getrotzt. Für den zu Ende gehenden August steuert er auf ein Plus von 3 Prozent zu.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montagvormittag 0,53 Prozent auf 32.855 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,2 Prozent nach unten. Zum europäischen Handelsende vor dem Wochenende hatten bereits die US-Indizes ins Minus gedreht. Dagegen verzeichneten die asiatischen Börsen am Montag überwiegend knappe Gewinne.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem erwartbaren Preisanstieg beim Öl, nachdem das US-Militär Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen hatte. Dagegen hätten die Aktien- und Rentenmärkte recht entspannt auf die erneute militärische Eskalation reagiert. "Die Mehrzahl der Anleger erwartet offenbar nicht, dass die Situation erneut großflächig und langfristig eskaliert."

"Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte", schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank. Mit dem beginnenden September als historisch schwächstem Börsenmonat des Jahres "wird sich noch zeigen müssen, ob sich der Dax auch dann gegen den typischen saisonalen Trend stemmen und einfach weiter steigen kann".

Das US-Militär nahm zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier, wie das Nachrichtenportal "Axios" sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten. Sie sollten daran gehindert werden, neue Seeminen in der Straße von Hormus zu legen, hieß es. In Reaktion darauf griff der Iran eigenen Angaben zufolge zwei US-Militärstützpunkte in Jordanien an. Zudem meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate einen Drohnenvorfall über ihren Hoheitsgewässern.

Zu den anstehenden Verbraucherpreisen aus Deutschland erinnerte die Landesbank Helaba daran, dass am vergangenen Freitag die entsprechenden Daten aus Frankreich und Spanien bereits einen erhöhten Preisdruck gezeigt hätten. Die Experten gehen von einer Teuerungsrate von 2,9 Prozent aus, die damit deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent läge. Dies sollte die Währungshüter in ihrem Vorhaben bestärken, kommende Woche den Leitzins anzuheben, was am Markt allerdings schon "fast vollständig eingepreist" sei.

Unternehmensseitig sieht die Agenda am Montag übersichtlich aus. Für die Aktien von Bayer ging es um 0,2 Prozent bergauf. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hatte am Sonntag beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie mitgeteilt, dass sein Herz- und Nierenmedikament Kerendia auch Patienten mit hypertensiver Nephropathie helfen könne. Das ist eine Nierenschädigung, die durch chronischen Bluthochdruck entstehen kann.

Am Vormittag stehen zudem noch die Halbjahreszahlen des Farben- und Dämmstoffspezialisten Sto auf der Agenda. Vor der Bekanntgabe der Zahlen stiegen die Aktien um 0,6 Prozent.

Eine deutliche Kurszielsenkung sorgte indes bei den Aroundtown- Titeln für ein Minus von 2,5 Prozent auf 1,925 Euro. Die US-Investmentbank Goldman Sachs senkte ihr Ziel von 2,70 auf 1,90 Euro und blieb beim Anlagevotum "Neutral". Analyst Jonathan Kownator passte seine Schätzungen an den durchwachsenen Halbjahresbericht des Immobilienunternehmens an./gl/zb

Quelle: dpa-Afx